Europa – Chancen für alle

Der Niedersächsische Landtag berät im Herbst 2018 den Entschließungsantrag „Europa — Chancen für alle! Europäische Austauschprogramme für die gesamte junge Generation zugänglich machen — Niedersachsen in Europa weiter stärken“ (Drs. 18/1402), den die Fraktionen von SPD und CDU eingebracht haben.

In seiner Stellungnahme unterstreicht der Landesjugendring die hohe Bedeutung des Jugendaustauschs: Insbesondere in Zeiten, in denen die Europäische Union verstärkt infrage gestellt wird und nationalstaatliche Interessen vermehrt in den Vordergrund treten, ist es nach Ansicht des LJR wichtig, den europäischen Gedanken insbesondere bei jungen Menschen zu stärken und die europäische Idee durch einen intensivierten Jugendaustausch unmittelbar zu (er-)leben.

Im Mittelpunkt des europäischen Jugendaustauschs sollte nach Auffassung des LJR nicht das Erleben von persönlichen Vorteilen, wie beispielsweise der Wegfall von Roaming-Gebühren, stehen, sondern der Austausch als solcher und damit verbunden das Kennenlernen anderer Nationen und Kulturen, das Schließen neuer Freundschaften, das Sensibilisieren für die Lebenslagen junger Menschen in anderen Teilen Europas und das Erleben von Freundschaft und Frieden als eine unverzichtbare persönliche Erfahrung, die Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegenwirkt und Internationalität befördert.

Entsprechend positioniert sich der LJR zu den verschiedenen Aspekten des Entschließungsantrages. Insbesondere macht der LJR deutlich, dass laut Jugendhilfestatistik die Zahl der öffentlich geförderten Internationalen Jugendbegegnungen von Trägern aus Niedersachsen von 829 Maßnahmen im Jahr 1996 auf 236 im Jahr 2015 zurückgegangen ist. Dieser dramatische Rückgang ist nicht dem Desinteresse junger Menschen oder den Trägern der Jugendarbeit geschuldet, sondern in erster Linie den mangelhaften Förderinstrumenten und -summen, die schleunigst angepasst werden sollten. 

Stellungnahme des LJR

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