Ehrenamt


Die wesentliche Grundlage aller Jugendarbeit ist das ehrenamtliche Engagement der vielen tausend Jugendleiter-innen. Das gilt in besonderem Maße in Niedersachsen, denn in keinem anderen Bundesland wurden bis heute so viele Juleicas ausgestellt. Doch damit dieses Engagement möglich wird, bedarf es grundlegender Rahmenbedingungen. So ist eine professionelle Unterstützung für Ehrenamtliche bei einer zunehmenden Komplexität der jugendlichen Lebenswelt immer wichtiger. Doch leider gibt es in Niedersachsen im Bundesvergleich weniger hauptamtliches Personal als in anderen Bundesländern. Auch die Verdichtung der Schul- und Studienzeit führt dazu, dass Schüler-innen und Student-inn-en immer weniger Zeit für ehrenamtliches Engagement finden und dadurch die Verweildauer bei Trägern der Jugendarbeit immer kürzer wird. Dies steht konträr zu den wachsenden Anforderungen an die Jugendarbeit.
 

Für eine wirksame und nachhaltige Unterstützung der Ehrenamtlichen fordert der Landesjugendring:

  • Das Land Niedersachsen muss mit einer Förderinitiative die regionale Ebene der Jugendverbände, Jugendringe und Jugendgruppen stärken. Dazu soll in jedem Jugendamtsbezirk eine „Regionalstelle für ehrenamtliches Engagement“ geschaffen werden, die ehrenamtlich Engagierte unbürokratisch vernetzt, qualifiziert und unterstützt.    
  • Der Bildungsauftrag von (Hoch)Schulen und Universitäten darf sich nicht alleine auf den Lernstoff der Fächer beschränken; Schüler-innen und Student-inn-en sollen ermutigt und motiviert werden, sich gesellschaftlich zu engagieren. Dafür ist es notwendig, dass jungen Menschen die nötigen Zeitfenster für ehrenamtliches Engagement planbar im Rahmen von schulischen und universitären Pflichten freigehalten werden. Konkret müssen an Ganztagsschulen mindestens zwei Nachmittage unterrichtsfrei sein. Weiter ist es notwendig, dass ehrenamtlich erworbene Qualifikationen auf das Studium angerechnet werden können.  
  • Das Land Niedersachsen muss mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Beschäftigten durch Freistellungen und Lohnfortzahlungen ehrenamtliches Engagement bei der Betreuung von Ferienfreizeiten und Seminaren ermöglichen. Solche Regelungen müssen 
auch bei Unternehmen, an denen das Land beteiligt ist, umgesetzt werden.    
  • Weiter muss die Arbeitsbefreiung für Zwecke der Jugendpflege und des Jugendsports so angepasst werden, dass die Arbeitsbefreiung nicht nur auf höchstens drei Veranstaltungen im Jahr beschränkt ist, sondern die festgeschriebenen zwölf Tage unter den bestehenden Antragsfristen ohne Einschränkung einer Anzahl der Veranstaltungen genommen werden können. Eine Harmonisierung der verschiedenen Regelungen der Bundesländer, mindestens auf dem niedersächsischen Niveau, ist anzustreben.

Beschluss der 32. Vollversammlung zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements

  • Förderung ehrenamtliches Engagement
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