Jugendpolitik ohne Jugendverbände?

Im historischen Rathaus der Stadt Osnabrück trafen sich am 2. März 2002 rund 70 Delegierte und zahlreiche Gäste zur 25. Vollversammlung des Landesjugendrings. Uwe Martens (AEJN), Vorstandssprecher des LJR, wurde in seinem Amt bestätigt und für die nächsten zwei Jahre wieder gewählt. Neuer Schatzmeister des LJR wurde Frank Ahrens (DGB-Jugend). Unten weiter lesen...

 

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1 bis 27 von insgesamt 27

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Als gleichberechtigte Vorstandsmitglieder wählte die Versammlung Annette Klausing (DGB-Jugend), Martin Richter (BDKJ), Barbara Sütterlin (BDP) und Andrea Stephan (RdP/w).

Zur Frage "Jugendpolitik ohne Jugendverbände?" kritisierte die Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR), Gaby Hagmans, in ihrem Gastreferat die auch in den Ländern erkennbare Tendenz der Bundespolitik, ihre aktionistischen Vorhaben durch Agenturen abwickeln zu lassen, statt die Jugendverbände angemessen zu beteiligen.

"Jugendverbände kommen in der aktuellen Jugendpolitik zu wenig vor!" Die Konsequenz daraus seien Events und "Show"-Veranstaltungen ohne überprüfbare Konsequenzen für die Politik und mit mangelnder Nachhaltigkeit. Jugendverbände haben und leben eine "demokratische Partizipationsstruktur", die eine echte Interessensvertretung gegenüber der Politik ermögliche. Der Eingangsfrage "Jugendpolitik ohne Jugendverbände?" beantwortete Hagmans daher mit einem entschiedenen "Nein" und forderte die Delegierten und ihre Verbände auf, mit Kompetenz, Stärke und Selbstbewusstsein aufzutreten und den aktuellen Diskussionen um Qualität, Evaluation und demographische Entwicklungen mit eigenen Konzepten zu begegnen. Der DBJR seinerseits öffne sich gegenüber neuen Strukturen und führe momentan bspw. Gespräche zur Aufnahme von Jugendverbänden islamischer Glaubensrichtung.

Mit ihrem verabschiedeten Beschluss "Pro Juleica" fordern die Mitgliedsverbände des LJR mit Blick auf die Juleica-Erfolgsbilanz in Niedersachsen die Landesregierung auf, ein Programm zur besonderen Förderung und Qualifizierung der ehrenamtlichen Arbeit in der Jugendarbeit zu unterstützen. Ziel soll es sein, beispielhafte Unterstützung ehrenamtlicher Tätigkeit in der Jugendarbeit auszuzeichnen, öffentlichkeitswirksame Werbung für die Akzeptanz der Juleica voranzutreiben, modellhafte Maßnahmen zur Qualifizierung der Juleica anzuregen sowie die Entwicklung von Arbeitshilfen und Materialien sowie von Leistungen und Vergünstigungen für Juleica-Inhaber-innen auf Landesebene zu fördern.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen bei der Förderung jugendverbandlicher Arbeit verabschiedete die Vollversammlung einen weiteren Beschluss zur "Stärkung der kontinuierlichen Arbeit der Jugendverbände". Gesellschaftliche Herausforderungen und der wachsende Erfolgsdruck der Politiker-innen führen zu einem Anwachsen der "Sofortprogramme und Projekte als Allheilmittel" zur Prävention gesellschaftlicher, die Jugend betreffender Problemanzeigen.

Jugendverbände bieten jungen Menschen bedeutsame Erfahrungsräume und in schwierigen Lebensphasen die Möglichkeit, sich an vertraute und kompetente Bezugspersonen zu wenden. Diese von langfristiger persönlicher Beziehung geprägte Atmosphäre kann eine kurzfristigere Projektarbeit nicht bieten. Erst auf Basis der kontinuierlichen Arbeit lassen sich innovative Projekte und Aktionen entwickeln und durchführen.

In seinem dritten Beschluss zur "Jugendarbeit in Bergen-Belsen" fordert der Landesjugendring die Landesregierung auf, für verlässliche Rahmenbedingungen zur kontinuierlichen Weiterarbeit der Jugendverbände auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers zu sorgen. Gefordert werden ein eigener gestaltbarer Bereich, der Teil des Gesamtkonzeptes der Gedenkstätte ist, sowie eine eigene Infrastruktur vor Ort, eigene Räumlichkeiten im Dokumentenhaus und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen.

Der Vorstand stellte in seinem politischen Bericht die Ergebnisse einer (fiktiven) vom Landesjugendring in Auftrag gegebene PYSA-Studie vor: Programm zur Beurteilung des Nds. Jugendringes (auf Englisch: Programme for Youth Council of Lower Saxony Assessment). Im Ergebnis konnte an den Beispielen des Programms "Lebensweltbezogene Mädchenarbeit" und Kinder- und Jugendplan festgestellt werden, dass der Landesjugendring in allen Belangen die Leistungsskala anführt.

Erfolge konnten auch bei den Aktionen "neXTvote - i vote" und "rock for respect" vermeldet werden, die im Rahmen der Kampagne des Landes "Jugend für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz" stattgefunden haben, sowie bei der Bearbeitung des Themas "Qualitätsentwicklung in der Jugendverbandsarbeit". Im Zusammenhang mit dem Landesjugendserver hingegen nimmt Niedersachsen immer noch einen der hinteren Plätze ein. Mittlerweile hat Ministerin Gitta Trauernicht die Mittel für die Realisierung in Aussicht gestellt, aber bis es soweit ist, wird wohl weiterhin der LJR mit seiner Website der heimliche Jugendserver in Niedersachsen bleiben...

 

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