neXTmosaik

Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen sollten ganz selbstverständlich zusammenleben – ob es um das Berufsleben, die Ausbildung, den Schulbesuch oder den Freizeitbereich geht, ist dabei unerheblich. Soweit – so gut!?

Auch in der Jugendarbeit ist die Inklusion von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen seit jeher Thema, erhebt sie doch den Anspruch, zur gleichberechtigten Teilhabe aller jungen Menschen beizutragen, und das nicht erst seit der UN-Behindertenrechtskonvention von 2006, die alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, Aktivitäten zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben zu initiieren. In Niedersachsen gab es beispielsweise eine vom Land beauftragte „Fachkommission Inklusion“, die Vorschläge für Maßnahmen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen erarbeitet hat. Die Ergebnisse mündeten in den „Aktionsplan Inklusion“ der Niedersächsischen Landesregierung 2017/18. Darin findet auch der Bereich der Inklusion von speziell jungen Menschen mit Behinderungen Berücksichtigung, sodass es in den nächsten zwei Jahren für Jugendverbände und Jugendorganisationen in Niedersachen die finanzielle Möglichkeit und den Anstoß gibt, sich diesem Feld stärker zu widmen und einmal mehr aktiv zu werden. 

Unter dem Titel „neXTmosaik. Inklusion von jungen Menschen mit Behinderungen” sollen in den Jahren 2017 und 2018 einige Projekte auf den Weg gebracht werden, mit dem Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe aller junger Menschen an der Gesellschaft, aber auch an den Angeboten der Jugendhilfe, zu ermöglichen – ungeachtet aller körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen oder Behinderungen. Ansatzpunkte hierfür können die Qualifizierung und Sensibilisierung von haupt- und ehrenamtlichen Multiplikator-inn-en sein sowie z.B. die Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten von jungen Menschen mit Behinderungen an Angeboten der Jugendarbeit, sodass es künftig überall in Niedersachsen bedarfsgerechte Angebote der Jugendarbeit für junge Menschen mit Behinderungen gibt. Dafür sind Impulse, Ideen und Projekte, „bottom up” und „top-down”, möglich. Die partizipative Implementierung von inklusiven Standards ist wichtig. Eine mögliche Projektidee könnte eine Überprüfung der Entscheidungs- und Handlungsprozesse eines Verbandes sein oder auch Qualifizierungen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit mit dem Schwerpunkt „junge Menschen mit Behinderungen“.

Die Programmkoordination hat der Landesjugendring Niedersachsen übernommen. 

In einem ersten Treffen mit Interessierten aus den Verbänden des Landesjugendring Niedersachsen, der Niedersächsischen Sportjugend und dem Jugendwerk der Paritäten wurde einmal mehr deutlich, dass die Ansätze, entsprechend der jeweiligen Verbandsprofile, in der Praxis der Jugendarbeit ganz unterschiedlich aussehen, was zu einer breiteren Pluralität und zu mehr Möglichkeiten führt und begrüßenswert ist. 

Nun soll verstärkt auch der Kontakt mit Organisationen von Menschen mit Behinderungen aufgenommen werden, um so das Miteinander bereits in der Anfangsphase des Projekts zu stärken. Eine Auftaktveranstaltung ist für die zweite Jahreshälfte geplant.