Generation³

Generation³ – Vielfalt | Beteiligung | Engagement“ – so lautet der Titel des aktuellen Förderprogramms des Landes Niedersachsen für innovative und kreative Projekte der Jugendarbeit. Im Mittelpunkt dieses Förderprogramms stehen das ehrenamtliche Engagement junger Menschen sowie der Bildungs-, Sozialisations- und Selbstorganisationsaspekt der Jugendarbeit. Über die Auseinandersetzung mit spezifischen inhaltlichen Schwerpunkten sollen darüber hinaus aktuelle Themen noch stärker Eingang in die Praxis der Jugendarbeit finden und einen Anlass für Qualifizierung und Sensibilisierung von Haupt- und Ehrenamtlichen bieten.

Im Rahmen von „Generation³ – Vielfalt | Beteiligung | Engagement“ stehen für die Programmlaufzeit von 2015-2019 dabei insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördersumme soll engagierte junge Menschen aus der Jugendarbeit in ganz Niedersachsen dabei unterstützen, neuartige Formen und Angebote sowie kreative und experimentelle Methoden zu entwickeln und zu realisieren sowie auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen und für diese zu sensibilisieren. Damit kommt die Unterstützung im Rahmen des Förderprogramms den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Niedersachsen sowie ihren örtlichen, regionalen oder auch landesweiten Zusammenschlüssen, Verbänden und Gruppierungen direkt zugute. „Ziel des Programms ist es, die Jugendarbeit in Niedersachsen zu stärken, weiterzuentwickeln und für die Zukunft fit zu machen. Wir  wollen damit deutlich machen, dass Jugendarbeit neben der Schule und anderen Bildungs- und Freizeitangeboten ein eigenständiger Bereich der Sozialisation ist: Kinder und Jugendliche erhalten hier wertvolle Impulse, die ihre Persönlichkeit weiterentwickeln. Sie können sich ausprobieren, erwerben Team‐ und Leitungserfahrung und übernehmen Verantwortung“, sagte die Niedersächsische Sozialministerin Rundt diesbezüglich zum Auftakt des Förderprogramms.

Die Servicestelle zur Koordination und Umsetzung des Förderprogramms ist beim Landesjugendring Niedersachsen e.V. angesiedelt. Diese unterstützt und begleitet die jungen Menschen bei der Antragstellung sowie bei der Durchführung bzw. Abwicklung der Projekte. Das Förderverfahren im Rahmen von Generation³ zielt dabei darauf, eine möglichst unbürokratische sowie zeit- und zielgruppengemäße Handhabung zu ermöglichen. Die Antragstellung für Projekte erfolgt – diesem Gedanken entsprechend – ausschließlich über die Homepage des Förderprogramms. Auch die Projektverwaltung (u.a. der Mittelabruf, die Nachweisführung oder die Dokumentation) im Rahmen der Durchführung bewilligter Projekte wird weitgehend online vorgenommen.

Im Rahmen des Förderprogramms finden als übergreifendes Element landesweit neben den Projekten der jungen Menschen auch Qualifizierungs- und Netzwerkveranstaltungen statt, bei denen sich interessierte Jugendgruppen, -verbände und -initiativen einerseits über grundsätzliche Rahmenbedingungen des Förderprogramms und Erfahrungen aus den Projekten informieren und mit anderen Engagierten austauschen sowie andererseits inhaltlich zu aktuellen Schwerpunktthemen in den Förderbereichen arbeiten und sich qualifizieren können. Hierbei stehen insbesondere die Schwerpunkte „Beteiligung“ und „Vielfalt“ im Mittelpunkt, deren Teilaspekte (z.B. sexuelle Vielfalt oder Demografischer Wandel) in den Blick genommen werden. Über die Veranstaltungen hinaus gibt es seitens der Programmstelle regelmäßige Veröffentlichungen (online- und offline–Formen), welche die zentralen inhaltlichen Bezüge innerhalb der Schwerpunktthemen aufgreifen und für die jungen Menschen in der Jugendarbeit vor Ort aufbereiten.

Die zentralen Aspekte rund um das Förderprogramm Generation³ sind nachfolgend nochmals strukturiert zusammengefasst:

  • Unterstützung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit
  • Stärkung der Jugendarbeit als eigenständiges Bildungs- und Sozialisationsfeld
  • Öffnung der Jugendverbandsarbeit für andere Zielgruppen
  • Entwicklung gemeinsamer (nachhaltiger) Visionen für die Entwicklung der Gesellschaft, ein jugendgerechtes Lebensumfeld und den verantwortungsvollen Umgang in der Gesellschaft
  • Regionaler und landesweiter Ausbau der Vernetzung innerhalb der Jugendarbeit (träger- und sachbezogen)
  • Erprobung neuer und beispielhafter Projektideen und Methoden für die Jugendarbeit

Diese Ziele sollen u.a. dadurch erreicht werden, dass

  • die Juleica-Aus- und Fortbildungen qualifiziert werden
  • selbstorganisiertes Lernen ermöglicht wird
  • zielgruppenspezifische Angebote für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf entwickelt werden
  • die Vernetzung der Jugendarbeit sowohl regional als auch thematisch verbessert wird und Experimentierräume zur Weiterentwicklung der Jugendarbeit geschaffen werden.

Gefördert werden können Projekte, die einem der 3 Schwerpunkte zugeordnet werden können:

1. Beteiligung

  • Entwicklung und Erprobung zeit- und jugendgemäßer Partizipationsformen an innerverbandlichen und politischen Entscheidungs- und Artikulationsprozessen
  • Befähigung junger Menschen zur Mitgestaltung der (regionalen) Jugendpolitik und der Kommunalpolitik, u.a. durch neue Formen der Beteiligung und den Einsatz digitaler Medien
  • Partizipation als wesentlichen Bestandteil der Bürgergesellschaft für junge Menschen erfahrbar machen

2. Vielfalt

  • Förderung der (diskriminierungsfreien) Teilhabe aller Jugendlichen und jungen Menschen an den Angeboten der Jugendarbeit
  • Qualifizierung und Sensibilisierung von ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden der Jugendarbeit in den Themenfeldern Diversität, Inklusion, Integration und Teilhabe
  • Teilhabe von Migrant-inn-en (insbesondere deren Zusammenschlüssen) an den Strukturen der Jugendarbeit

3. Engagement & Experimentelles

  • Neue Formen der Unterstützung für Ehrenamtliche
  • Entwicklung und Erprobung neuer Formen zur Heranführung junger Menschen an ehrenamtliches Engagement
  • Entwicklung und Erprobung neuer Formen der Mitglieder-Gewinnung
  • Qualifikation der Jugendlieter-innen für neue Aufgabenfelder der Jugendarbeit
  • Experimentelle Angebote der Selbstbildung und Selbstorganisation

Generation³ unterscheidet zwischen 2 Projekttypen:

1.  micro-Projekte 

  • Laufzeit: 3 – 12 Monate
  • Fördersumme: 2.500 Euro
  • von ehrenamtlichen jungen Menschen eigenverantwortlich vorbereitete und durchgeführte Projekte

2. Modell-Projekte 

  • Laufzeit: 12 – 36 Monate
  • Fördersumme: 5.000-30.000 Euro (min. 2.500 Euro und max. 10.000 Euro pro Jahr)
  • übergreifende und koordinierende Funktion (z.B. über öffentliche Fachtagungen oder Publikationen)
  • verpflichtende jährliche Teilnahme an einem von der Programmstelle angebotenen Vernetzungstreffen

Zuwendungsempfänger können sein

  1. die örtlichen und regionalen Untergliederungen (Ortsgruppen und örtliche Projektgruppen, Kreis- und Bezirksverbände) der auf Landesebene als förderungswürdig anerkannten Jugendverbände bzw. Träger der Jugendarbeit, deren Jugendeinrichtungen und -institutionen sowie ebensolche Untergliederungen der Mitgliedsverbände von als förderungswürdig anerkannten Dachverbänden,
  2. kommunale Jugendringe und vergleichbare Zusammenschlüsse von örtlichen Jugendgruppen,
  3. freie ehrenamtlich geführte  Jugendinitiativen ohne Landesverband,  

wenn diese Träger ihren Sitz in Niedersachsen haben und das Projekt innerhalb von Niedersachsen verwirklicht wird.

Zuwendungsempfänger für Modell-Projekte müssen darüber hinaus eine juristische Person sein und können auch die auf der Landesebene als förderungswürdig anerkannten Jugendverbände selbst sein.

Die Landesverbände werden über die Anträge aus den Untergliederungen und örtlichen Gruppen  ihres Verbands informiert und zeichnen diese mit.

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass

  • die Projekte die Prinzipien des Gender Mainstreamings berücksichtigen und sich mit anderen Projekten in der jeweiligen Region vernetzen sowie eine überregionale Vernetzung anstreben,
  • die Projekte in der Vergangenheit noch nicht durchgeführt wurden sowie nicht in die Folgeförderung für ein anderes Projekt des Zuwendungsempfängers eintreten bzw. als Ersatz für andere, wegfallende oder auslaufende Förderungen dienen,
  • mindestens eine Person des Zuwendungsempfängers im Besitz einer gültigen Juleica sein sollte, bzw. diese im Zuge des Projektes erwirbt.

Die Programmstelle des Förderprogramms steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung:

Landesjugendring Niedersachsen e.V.
Generation³–Programmstelle
Zeißstr. 13
30519 Hannover
Tel.: 0511/51 94 51 25
Fax: 0511/51 94 51 20

E-Mail: info[at]generationhochdrei.de
www.generationhochdrei.de

Weitere Informationen zum Förderprogramm Generation³, Online-Antragsstellung und digitalem Projektbüro gibt es auf www.generationhochdrei.de