§72 KJHG: Weiterhin kein Führungszeugnis für Jugendleiter-innen

„Der Landesjugendhilfeausschuss stellt fest, dass die Träger der Jugendarbeit für ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter-innen keine polizeilichen Führungszeugnisse benötigen. Selbiges gilt für Inhaber-innen der Juleica und bei der Beantragung der Jugendleiter/in-Card. ... Das Landesjugendamt wird aufgefordert, die kommunalen Jugendämter entsprechend zu informieren.”

So lautet es in dem einstimmigen Beschluss des Landesjugendhilfeausschuss, den dieser in seiner Sitzung am 13.12.2006 auf Antrag des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. beschlossen hat. Des weiteren stellt der NLJHA fest, dass sich §72a des KJHG ausschließlich auf hauptamtlich Beschäftigte bei den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe bezieht.

Durch die Neufassung des § 72a KJHG war es bundesweit zu Verunsicherungen gekommen, ob dies auch Konsequenzen für Ehrenamtliche haben müsste. Des führte zu Verunsicherungen und teilweise zu unterschiedlichen Anforderungen bei den verschiedenen Jugendämtern.

Eine – vom Gesetzgeber nicht vorgesehene – Ausweitung des §72a KJHG auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter-innen hätte gravierende Auswirkungen auf die Bereitschaft junger Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren und/oder die Juleica zu beantragen, so die Befürchtung des Landesjugendrings, der sich der Ausschuss anschloss.

Daher war es notwendig, eine landesweit einheitliche Regelungen anzustreben, deren Ziel es ist, nicht nur das Kindeswohl zu schützen, sondern auch ehrenamtlich Engagierte vor zusätzlichen Anforderungen und einem übertriebenen bürokratischen und finanziellen Aufwand (für die Engagierten und die Träger der Jugendarbeit) zu bewahren.

Bereits jetzt prüfen die Träger sehr genau, für welche Jugendleiter-innen sie die Juleica beantragen und ob diese über eine ausreichende persönliche Eignung verfügen. Dadurch wird eine Gefährdung des Kindeswohls durch Jugendleiter-innen bereits jetzt ausreichend ausgeschlossen.