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Wulff hört zu und gibt den Takt vor

Dort, wo sonst die Scorpions, Emma Lanford oder Tom Jones ihre neuen CDs aufnehmen und abmischen,

fand am heutigen Freitag eine Produktion der anderen Art statt: Für das neXTmeeting hatte Ministerpräsident Christian Wulff 15 Jungwähler-inne-n aus den niedersächsischen Jugendverbänden in den Peppermint Pavillon und das Tonstudio von Mousse T. eingeladen.

Zu Beginn führte Mousse T. die Gäste durch das Studio und gab einen kleinen Einblick in die Welt des Musik-Business. Ministerpräsident Wulff und die Jungwähler-innen hatten hier die Gelegenheit, kurze Zeit beim Abmischen für das aktuelle Album von Maxi Priest dabei zu sein und eine kleine Einführung in die Musikproduktion zu erhalten. Das Album von Maxi Priest wird in den nächsten Monaten auf den Markt kommen. Der Ministerpräsident, der nach eigenen Angaben selber unmusikalisch aber sehr musikinteressiert ist, outete sich auf Nachfrage der jungen Erwachsenen als Fan von „Wir sind Helden”.

Es folgte ein harter Schnitt und ein Wechsel in den Backstage-Bereich des Studios, wo die Jungwähler-innen den Ministerpräsidenten mit ihren Fragen löcherten. Dafür hatten sie sich drei Themenbereiche ausgesucht, nämlich die Bildungspolitik, die Unterstützung für das ehrenamtliche Engagement und die Förderung der Jugendarbeit durch das Land Niedersachsen. Wulff hörte aufmerksam zu, verteidigte die Einschnitte bei der Jugendförderung in der zurückliegenden Legislaturperiode und gab den Takt vor, wo es seiner Meinung nach zukünftig lang gehen soll.

Die Ehrenamtlichen, die an diesem neXTmeeting teilnahmen, kommen aus verschiedenen Jugendverbänden, überwiegend aus den Reihen des Bund der katholischen Jugend (BDKJ), der diese Veranstaltung gemeinsam mit dem Landesjugendring organisiert hat.

Die Jugendleiter-innen schilderten eindrucksvoll, die Probleme vor denen sie zur Zeit stehen: Die Kürzung den sogenannten freiwilligen Leistungen des Landes für die Jugendverbandsarbeit seit 2003 um 40%, erschweren oder verhindern die Durchführung von Bildungs- und Freizeitmaßnahmen. Durch Studiengebühren und eine stärkere Strukturierung des Studiums wird des für Studierende schwieriger, sich ehrenamtlich zu engagieren. Berufstätige Jugendleiter-innen müssen ersatzlos auf ihr Gehalt verzichten, wenn sie für die Betreuung einer Freizeit Sonderurlaub beantragen, seit der Verdienstausfall nicht mehr durch das Land erstattet werden kann.

Der Ministerpräsident machte für den Fall seiner Wiederwahl keine kurzfristigen Hoffnungen. Er sicherte aber zu, dass die Finanzierung der Jugendverbandsarbeit weiterhin sichergestellt werde und es zu keinen weiteren Kürzungen, auch nicht bei einem Rückgang der Zahl der Jugendlichen kommen werde. Die Schuldensituation des Landes habe in den vergangenen Jahren Kürzungen nötig gemacht; man nähere sich finanzpolitisch jedoch besseren Zeiten, und könne dann auch wieder über Zuwächse nachdenken. Außerdem sicherte er zu, zu prüfen, ob ehrenamtlich tätigen Studierenden unter bestimmten Voraussetzungen die Studienbeiträge erlassen oder reduziert werden können.

In seinem „neXTtat”-Versprechen sicherte Wulff zu, dass er sich gleich nach der Landtagswahl dafür einsetzen werde, dass „die Jugendarbeit weiter gefördert und vor allem die Verdienstausfall-Erstattung auf ihre Wiedergewährung hin überprüft wird“. Mit dem BDKJ verabredete er für  April 2008 ein jugendpolitisches Gespräch.
Mit dieser Zusage endete das dritte der vier „neXTmeetings”, die der Landesjugendring Niedersachsen im Vorfeld der Landtagswahl mit den Spitzenkandidat-inn-en der im Landtag vertretenen Parteien durchführt. Ziel der neXTmeetings ist es, Jungwähler-innen in einer jugendgerechten Atmosphäre die Möglichkeit zu geben, mit Spitzenpolitiker-inne-n ihre Anliegen und Interessen „auf gleicher Augenhöhe” zu diskutieren.

Eine Bildergalerie gibt es auf der Eventseite.