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Internationales Workcamp Bergen-Belsen

Von Yad Vashem lernen

Stellungnahme des Landesjugendrings zum Entschließungsantrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen

Morgen, am 22.04.2016, beschäftigt sich der Kulturausschuss des niedersächsischen Landtags in einer öffentlichen Anhörung mit der Zukunft der niedersächsischen Gedenkstättenarbeit. Der Landesjugendring begrüßt den Willen aller Fraktionen des niedersächsischen Landtags, die Gedenkstättenarbeit in Niedersachsen zukunftssicher aufzustellen. Seit vielen Jahren engagieren sich die im LJR zusammengeschlossenen Jugendverbände mit Maßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen. Bei dem internationalen Jugendworkcamp kommen regelmäßig junge Menschen aus verschiedensten Ländern zusammen, um gemeinsam für den Erhalt der Gedenkstätte zu arbeiten und um sich für Freundschaft und Verständigung zwischen den Nationen einzusetzen.


Der LJR unterstützt die Forderung aller Landtagsfraktionen, "ein tragfähiges Konzept zur Intensivierung und Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit in den niedersächsischen Gedenkstätten zu entwickeln" (Vorlage 1 zu Drs. 17/3692). Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass sowohl der Antrag der CDU-Fraktion als auch der gemeinsame Änderungsvorschlag deutlich hinter den Erwartungen des LJR zurückbleibt.

So ist es dem LJR wichtig, dass die Konzept-Entwicklung nicht ausschließlich durch die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten erfolgen sollte. Viel mehr müssen alle zivilgesellschaftlichen Partner mit einbezogen werden, die sich für die wichtige Erinnerungsarbeit in den niedersächsischen Gedenkstätten engagieren.

Der Landesjugendring begrüßt es, dass es im Zusammenspiel mit der Gedenkstätte Yad Vashem Fortbildungen für Pädagog-inn-en in Jerusalem geben soll. Aus Sicht des Landesjugendrings ist es aber wichtig, dass ein breites Spektrum zivilgesellschaftlicher Akteure im Bereich der Erinnerungsarbeit tätig ist, um die Pluralität unserer Gesellschaft erfahrbar zu machen. Daher fordert der LJR, Mittel für Qualifizierungsmaßnahmen auch für außerschulische Multiplikator-inn-en und nicht nur für Lehrkräfte bereitzustellen.

Schließlich ist es dem LJR wichtig, dass auch zukünftig Maßnahmen wie das internationale Jugendworkcamp in Bergen-Belsen stattfinden können. Dafür ist es notwendig, dass durch das Land Niedersachsen und die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten Veranstaltungen wie diese ausreichend gefördert werden, um deren Fortbestand nachhaltig abzusichern.
Die ausführliche Stellungnahme ist unter www.ljr.de veröffentlicht.