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"Trendshop Jugendarbeit" setzt neue Trends in der Demokratieentwicklung

„We love to entertain you” hätte man den ersten „Trendshop Jugendarbeit” des Landesjugendringes Niedersachsen am 15.11.2007 überschreiben können. In der Tat hatte sich das LJR-Team mit dem neuen Veranstaltungsformat zum Thema "PROduktion: Demokratie" viel vorgenommen und trat mit dem neuen Konzept den Beweis an, dass inhaltliche Arbeit und Ergebnissicherung auch mit unkonventionellen Methoden ertragreich sein können.

So konnten die Teilnehmer-innen ihren Workshop zum Schwerpunkt "repräsentative", "direkte" oder "mediale Demokratie" jederzeit wechseln, wenn sie im "Switchcafé", in dem live aus allen Räumen übertragen wurde, auf interessante Diskussionen aufmerksam wurden. Außer größtmöglicher Transparenz gab es diverse Highlights und neue Methoden.

Der Darmstädter Medienpädagoge Prof. Franz Josef Röll zeigte ebenso bild- wie temporeich, dass wir den alten Griechen in punkto Demokratieentwicklung kaum etwas voraus haben, sondern das altgriechische Verständnis von Mitbestimmung und Öffentlichkeit lediglich mit neuen Methoden wie Internet und Bürgerfernsehen füllen. Anhand des durch mediale Beteiligungsangebote unterstützten französischen Präsidentschaftswahlkampfs führte Röll die Wichtigkeit des Mediums Weblog vor Augen und betonte, dass daran die politische Wechselfreudigkeit heutiger Bürger-innen erkennbar ist. Der griechische Marktplatz werde heute durch die "electronic agora" im Internet abgebildet, wo die völlige Gleichheit der Nutzer-innen hergestellt werde. In der neuen Partizipationskultur des Internets könnten sich alle an alle richten. "Der einstige Konsument wird zum Produzenten", so Röll.

Zwischen den beiden Workshop-Phasen, in denen die Teilnehmer-innen die drei Konzeptwelten von Demokratie einer Bestandsaufnahme unterzogen bzw. neue Ideen für eine stärkere und effektivere Jugendpartizipation entwickelten, brillierten "Schmidt's Katzen" aus Hildesheim mit ihrem Impro-Theater. Durchaus abstrakte Begriffe aus der ersten Workshop-Phase wie "Risiko-Kompetenz2 oder "digitale Selbstverwirklichung" spielte das Duo Elisabeth Flämig und Marcel Sparmann souverän wieder ins Publikum zurück.

Den Abschluss des Trendshops bildete der aus den Statements der Teilnehmer-innen gebildete Kurzfilm, in dem diese ihre Thesen, Ideen, Zweifel und Modelle zum Thema Demokratie und Jugendpartizipation zum Besten geben konnten. Mutig hatten sich die Teilnehmer-innen in die "Whitebox" gewagt, wo ihre Beiträge per Kamera aufgezeichnet wurden. Nach einem positiven Feedback zum Gesamtkonzept und zum Ablauf des Tages konzentrierte sich die erweiterte Gästeschar dann auf den Countdown zum Relaunch des Jugendservers Niedersachsen. Punkt 17.00 Uhr erfolgte live die Online-Schaltung zum neuen Gesicht der Plattform. Mit einer Vorstellung der Vielfalt der neuen Möglichkeiten zur Mitgestaltung des Jugendservers wurde der Tag im Zeichen der Partizipation perfekt abgerundet.