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Studiengebühren verschärfen Probleme

Das Vorhaben des niedersächsischen Wissenschaftsministers Lutz Stratmann, ab dem Wintersemester 2006 von allen Student-inn-en eine Studiengebühr von 500 Euro pro Semester zu verlangen, stößt beim Landesjugendring Niedersachsen auf Ablehnung. Die Vollversammlung des Landesjugendrings hat sich bereits im März gegen Studiengebühren für das Erststudium ausgesprochen.

Aus Sicht der Jugendverbände verschärfen Studiengebühren soziale Ungleichheiten und setzen bildungs- und wirtschaftspolitisch ein falsches Signal.

Bereits jetzt sind die Bildungschancen in Deutschland stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern von der sozialen Herkunft der Familie abhängig, dieser unhaltbare Zustand würde durch Studiengebühren weiter verschärft werden. Ebenso werden dadurch noch mehr Studierende darauf angewiesen sein, parallel zum Studium zu jobben - Studienzeiten werden dadurch verlängert.

Der erhöhte Druck auf die Studierenden, ihr Studium schnell zu beenden und/oder parallel zum Studium arbeiten zu müssen, wird nach Ansicht der Jugendverbände auch negative Auswirkungen auf das ehrenamtliche Engagement haben. Viele Studierende werden ihre ehrenamtlichen Aufgaben einschränken oder aufgeben müssen. Das politische Bekenntnis der niedersächsischen Landesregierung, förderliche Rahmenbedingungen für ein ehrenamtliches Engagement junger Menschen zu schaffen, wird durch die Einführung von Studiengebühren konterkariert.