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Positiver Trend bei Juleica-Zahlen

Die Zahl der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit mit gültiger Juleica (Jugendleiter/in-Card) hat sich in Niedersachsen im vergangenen Jahr positiv entwickelt: Die Zahl der im letzten Jahr ausgestellten Juleicas ist um 300 auf 7.800 gestiegen. Die Zahl der insgesamt gültigen Juleicas in Niedersachsen liegt damit nun bei 23.785.

Fast zwei Drittel (65%) der Jugendleiter-innen engagieren sich in einem Mitgliedsverband des Landesjugendrings, weitere 15 % bei anderen Jugendverbänden. 17% der Engagierten haben ihre Juleica über die öffentlichen Träger beantragt und sind entweder bei diesen oder bei kleinen örtlichen Jugendinitiativen aktiv.

Über 95% aller Angebote der Jugendverbände werden von Ehrenamtlichen organisiert und durchgeführt – ohne das Engagement der Jugendleiter-innen wären u.a. die zahlreichen Sommerfreizeiten, aber auch die Seminare und Projekte der außerschulischen Bildung undenkbar. 

Niedersachsenweit gibt es somit pro 1.000 Einwohner-innen drei mit einer gültigen Juleica, allerdings sind deutliche regionale Unterschiede festzustellen: Während die Juleica-Dichte in der Grafschaft Bentheim 8,3 und im Emsland 7,8 pro 1.000 Einwohner-innen beträgt, liegt sie im Landkreis Osterholz bei 0,9. Positiv auf die Zahl der Jugendleiter-innen wirkt sich dabei auch die regionale Anerkennungs-, Wertschätzungs- und Unterstützungskultur aus: Die Würdigung der Juleica-Inhaber-innen, z.B. durch „Dankeschön“-Veranstaltungen oder Vergünstigungen, kann sich dabei ebenso förderlich für das ehrenamtliche Engagement auswirken wie eine gesicherte finanzielle Förderung für die Jugendverbände und Jugendgruppen und hauptamtliche Ansprechpartner-innen, die die Ehrenamtlichen motivieren und unterstützen.

Die hohe Zahl der ausgestellten Juleicas darf dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Formen des Engagements junger Menschen in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben und dass dies die Träger der Jugendarbeit vor große Herausforderungen stellt: Insbesondere das „Turbo-Abi“ und die Veränderungen im Studium, aber auch die geforderte Flexibilität junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt führen dazu, dass sich viele Juleica-Inhaber-innen lieber projektorientiert für einen überschaubaren Zeitraum engagieren oder ihr Engagement vorzeitig beenden müssen. Nicht selten ist dadurch auch die Fortführung der Angebote der Jugendgruppen in Gefahr. Durch die gestiegene Zahl der qualifizierten Jugendleiter-innen kann die beschriebene Problematik zu einem Teil aufgefangen werden.

Die qualitativ hochwertige Ausbildung von Jugendleiter-inne-n ist daher von zentraler Bedeutung für die Jugendarbeit; sie trägt maßgeblich dazu bei, die kontinuierlichen Angebote der Jugendarbeit fortzuführen und befähigt neue Engagierte, die verantwortungsvollen Aufgaben eigenständig zu übernehmen. Gleichwohl stellen die Jugendverbände einen steigenden Unterstützungs- und Qualifizierungsbedarf bei den Jugendleiter-inne-n fest, zu dem auch neue gesetzliche Anforderungen, wie z.B. das Bundeskinderschutzgesetz, beitragen.

Bundesweit ist Niedersachsen weiterhin Spitzenreiter bei der Zahl der ausgestellten Juleicas: Weder absolut noch im Verhältnis zur Zahl der Einwohner-innen gibt es ein anderes Bundesland mit ähnlich hohen Juleica-Zahlen.