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"Mit dem Blick eines Marsmenschen"

Das Thema „Gender Mainstreaming in der Jugendarbeit” stand am Dienstag, dem 27.10.2009 im Mittelpunkt des „neXTgender-Fachtages” im Pavillon Hannover. Die gut besuchte Veranstaltung war ein erster Höhepunkt im Programm „neXTgender” der Mitgliedsverbände des Landesjugendrings Niedersachsen e.V.

Die Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst (Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit) betonte in ihren Grußworten, dass die Geschlechtergerechtigkeit in der Gesellschaft befördert werden muss. Obwohl in der Jugendarbeit von Beginn an zu Gender Mainstreaming gearbeitet wurde und bereits Erfolge erzielt werden konnten, müsse weiter daran gewirkt werden, Gender Mainstreaming nachhaltig zu verankern.   

Barbara Grill, Vorstand Landesjugendring, unterstützte dieses Anliegen und dankte dem Sozialministerium für den Mut mit neXTgender ein Programm zu fördern, dass bewusst an der Basis ansetzt. Die ausschließliche Verfolgung einer Top-Down-Strategie würden den Erfordernissen und Strukturen der Jugendarbeit nicht gerecht.

Prof. Dr. Birgit Bütow von der FH Jena hielt einen Vortrag zu Gender Mainstreaming als Haltung, Kompetenz und Konzept im Jugendverband. Sie plädierte dafür in der Arbeit mit Mädchen und Jungen einfach mal den Blick eines Außerirdischen einzunehmen. So könne man die Vielfalt der Verhaltensweisen der Geschlechter neu entdecken. Der Dipl.-Theologe und Dipl.-Pädagoge Jochen Mack aus Augsburg ging am Beispiel des Landesjugendrings Baden-Württemberg auf die Aspekte Projektorganisation und Qualität bei Gender Mainstreaming-Projekten ein. Die Inhalte der Vorträge wurden jeweils im Anschluss in Workshops unter speziellen Fragestellungen vertieft. Darüber hinaus gab es für die Anwesenden die Möglichkeit zum fachlichen Austausch untereinander. Für das Rahmenprogramm sorgten "Schmidt´s Katzen" mit musikalisch untermalten Improtheatereinlagen. Durch den Tag führte das Moderationsteam Barbara Grill und Jens Risse.

Der Fachtag war die erste Fachveranstaltung im Programm "neXTgender" nach dem Start der ersten Projekte. Diese werden von den Mitgliedsverbänden des Landesjugendrings verantwortet und durchgeführt. 

 

Hintergrundinformationen zum Programm "neXTgender"

Das Programm "neXTgender" der Mitgliedsverbände des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. ist über eine Laufzeit von drei Jahren angelegt und wird vom Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit gefördert. Ziel des Programms ist es, sowohl haupt- und ehrenamtliche Multiplikator-inn-en auf den verschiedenen Ebenen als auch Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer an der Basis der Jugendverbandsarbeit zu erreichen: Gender Mainstreaming soll als Querschnitts- und Basisprinzip sowie als gedankliche Grundhaltung in den verschiedenen Ebenen der Jugendverbände, insbesondere auch von der Basis ausgehend, implementieret werden. Auf diese Weise soll die Chancengleichheit ohne Geschlechterrollenstereotype befördert werden.