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Juleica sticht Ehrenamtskarte

Niedersachsen will die „Ehrenamts-Card” einführen – der Landesjugendring Niedersachsen steht diesem Vorhaben kritisch gegenüber.

Der Hintergrund: Wer älter als 18 Jahre ist und sich regelmäßig engagiert, soll diese Card als Dankeschön erhalten können – mit ihr sollen Vergünstigungen verbunden sein. Das Land rechnet im ersten Jahr mit 100.000 Ehrenamts-Cards, die an Engagierte ausgegeben werden sollen. Begleitet werden soll die Einführung von einer Werbekampagne, in deren Zuge u.a. jeder Landkreis 3.000 Euro erhält, um vor Ort aktiv werden zu können.
Grundsätzlich begrüßt der Landesjugendring Niedersachsen eine stärkere Förderung des ehrenamtlichen Engagements, weist zugleich aber auch auf die bereits seit 1999 bundesweit bestehende und in Niedersachsen besonders erfolgreiche Juleica hin. Anders als bei der Ehrenamts-Card geplant, ist für die Beantragung der Juleica der Nachweis zu erbringen, dass eine mindestens 50-stündige Ausbildung absolviert wurde – Die Juleica ist also vor allem auch ein Qualifikationsnachweis und aus Sicht der Jugendverbände in Niedersachsen damit weit höherwertig als die Ehrenamtscard. „Für die Jugendarbeit ist die Juleica ein Qualitätssiegel. Dieser darf durch die neue Karte nicht geschmälert werden. Eine unsinnige Konkurrenz oder weiterreichende Vergünstigungen der Ehrenamtscard schaden nicht nur der Juleica, sondern schmälern insgesamt die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements”, so LJR-Vorstandssprecher Martin Richter.
Deshalb fordert der Landesjugendring Niedersachsen von der Landesregierung, dass alle Vergünstigungen, die mit der Ehrenamtscard verbunden sein werden, automatisch auch mit der Juleica zu erhalten sein müssen – kein-e Jugendleiter-in soll zukünftig beide Karten haben müssen. Die höherwertige Juleica muss die Leistungen der Ehrenamtscard beinhalten. Außerdem fordert der LJR, dass das Land bei der Erstellung der Infomaterialien und bei den Schreiben an die Landkreise und andere Koopartionspartner auch auf die Juleica hinweisen und so zu einer breiten Bekanntheit des Qualitätssiegels der Jugendarbeit beitragen soll.