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glüXtest-Ergebnis: Glücklich ja, aber Hausaufgaben für die Politik

Etwa 5.000 junge Menschen aus ganz Niedersachsen haben sich bislang am „glüXtest” des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. (LJR) beteiligt und ihren Wohnort in 16 verschiedenen Kategorien mithilfe von Schulnoten bewertet. Das Ergebnis zeigt: Jugendliche leben überwiegend gerne in ihrem Ort und bewerten diese Frage durchschnittlich mit der Note 2,5.

Positiv beurteilt werden dabei vor allem die nichtkommerziellen Freizeitangebote der Jugendverbände und die Sportmöglichkeiten; diese werden im landesweiten Durchschnitt mit 2,9 bzw. 2,6 bewertet.

Doch das Zeugnis der Jugendlichen für die niedersächsischen Städte zeigt auch, dass sie sich Verbesserungen wünschen. Die Kommunalpolitik in der beginnenden Legislaturperiode ist nach Ansicht des LJR nun am Zug, um die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche gemeinsam mit den jungen Menschen zu verbessern. 

Interesse an Politik ist da – aber nicht die Möglichkeit, mitzuwirken

Weniger zufrieden sind die Jugendlichen mit der Ausbildungsplatzsituation vor Ort und den Bemühungen der Kommunalpolitiker-innen, diese zu verbessern – die Durchschnittsnote ist hier eine 3,6. Besonders schlecht fallen die Noten für die jugendpolitischen Beteiligungsmöglichkeiten aus. Für die Frage „Wie beurteilst du die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen?” gaben die Jugendlichen die Note 3,7, bei der Frage, wie stark sie sich von Politiker-inne-n ernst genommen fühlen, gab es sogar nur eine 3,9. Diese Ergebnisse sind nach Ansicht des Landesjugendrings ein Warnsignal für die Politiker-innen: „Jugendliche müssen von Parteien besonders angesprochen und ihre Wünsche ernst genommen werden. Das große Interesse an der neXTvote-Kampagne hat gezeigt, dass Jugendliche sich für ihre Stadt interessieren und sich vor Ort engagieren wollen, wenn man sie nur lässt”, so Susanne Martin vom LJR-Vorstand.


Ausbildungsplatz-Situation und Schulen „befriedigend”

Die Ausbildungs- und Arbeitsplatz-Situation bewerten die Jugendlichen durchschnittlich mit einer 3,2. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: In den Regionen, die einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen haben, gibt es von den Jugendlichen nur eine 3,4, in Regionen mit Zuwachs hingegen eine 3,0. Auch der bauliche Zustand der Schulen und deren Ausstattung wird in diesen Regionen positiver bewertet (2,8) als in den Landkreisen mit einem negativen Bevölkerungssaldo (3,1).

Osnabrück und Landkreis Vechta vorne – Helmstedt ist Schlusslicht

Besonders gerne leben die Jugendlichen in der Stadt Osnabrück und im Landkreis Vechta – die Durchschnittsnote in diesen beiden Kommunen ist jeweils eine 2,8. Die Stadt Osnabrück kann dabei insbesondere im Bereich der Freizeit- und außerschulischen Bildungsangebote punkten, die Stadt Georgsmarienhütte im Themenbereich Schule und Ausbildung und der Landkreis Vechta hat besonders gute Werte bei der Frage „Wie gerne lebst du in deiner Stadt?”.

Die schlechtesten Noten erhalten der Landkreis Helmstedt (3,8), die Stadt Bad Münder und der Landkreis Nienburg (beide 3,7). Auffällig ist, dass der Landkreis Helmstedt in allen drei Fragebereichen am Ende des Notenspiegels liegt.

2006 war's noch besser

 

Das Online-Voting wurde 2011 nach dem ersten Durchgang vor der Kommunalwahl 2006 bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Da Fragen und Methodik des Votings nicht verändert wurden, ist nun auch ein Zeitreihenvergleich möglich.

Auffällig dabei ist, dass die Beurteilungen aus dem Jahr 2011 im Landesdurchschnitt bei fast allen Fragen schlechter ausfallen als 2006 – lediglich der ÖPNV und die Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation werden 2011 besser beurteilt als vor 5 Jahren.

Auch für einige Landkreise und Städte ist der direkte Vergleich zwischen 2006 und 2011 möglich. Positiver als noch 2006 wurden 2011 die Städte Hannover, Braunschweig und Göttingen sowie die Landkreise Vechta, Göttingen, Osterode, Hildesheim und Wolfenbüttel bewertet. Deutlich schlechter beurteilt wird die Lebenssituation hingegen in den Landkreisen Helmstedt, Harburg, Gifhorn, Cloppenburg, Diepholz, Leer, im Heidekreis, in der Region Hannover und der Grafschaft Bentheim sowie in der Stadt Laatzen.

Das Online-Voting war Bestandteil der neXTvote-Kampagne des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. zur Kommunalwahl am 11.09.2011 und wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration gefördert. 

Detaillierte Ergebnisse, auch aus den einzelnen Landkreisen und Städten Niedersachsens, sind auf www.neXTvote.de veröffentlicht; dort sind die Ergebnisse für 38 Landkreise/kreisfreie Städte und 26 weitere Kommunen zu finden, in denen mindestens 20 Jugendliche am glüXtest teilgenommen haben.