News

Die Welt verändert sich – Jugendarbeit geht voran

Die Niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan bringt ihr Statement in einem „Pecha Kucha”-Vortrag unter, die Meinungen der Teilnehmenden erscheinen in Echtzeit an der Twitterwall im Foyer, das Tagungsprogramm wird gemeinsam mit den Gästen entwickelt, die so zu Mitwirkenden werden: Mit der neXTkonferenz 2.0 am 11.09.2010 im Pavillon Hannover hat die niedersächsische Jugendarbeit bewiesen, dass sie „der Zeit voraus” ist.

Über 450 Gäste hatten sich angemeldet, um gemeinsam in einem Crossover-Format zwischen Fachtagung und Bar-Camp zu diskutieren, was  Jugendarbeit in Niedersachsen tun muss, um jungen Menschen auch in Zukunft ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen, und welchen Beitrag sie für eine nachhaltige, soziale und jugendgerechte Weiterentwicklung der Gesellschaft leisten kann.

Spätestens nach der Keynote von Prof. Dr. Rolf Kreibich (Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung) war allen 450 Gästen der neXTkonferenz 2.0 klar: In den kommenden Jahren werden sich die Gesellschaft und das Zusammenleben auf der Erde deutlich verändern. Doch wie diese Veränderungen aussehen werden – auch das wurde deutlich, können alle mitentscheiden. Ebenso deutlich wurde auch, dass die Fragen der Zukunft zumeist nicht mit Antworten aus der Vergangenheit geklärt werden können: zu groß sind die technologischen, sozialen und ökologischen Veränderungen. In einem leidenschaftlichen Plädoyer bat Prof. Kreibich daher auch alle Anwesenden, nicht nachzulassen im Engagement für und mit Kindern und Jugendlichen. Die neXTkonferenz sei ein ermutigendes Beispiel, dass Jugendarbeit sich den Herausforderungen der Zukunft stelle.

Die Frage, wie Jugendarbeit zukünftig im Interesse der Kinder und Jugendlichen agieren muss,  wurde in über 20 Workshops, an Aktionsständen und in Referaten aufgegriffen, die zu den zentralen Arbeitsfeldern der Jugendarbeit angeboten wurden. 

In einem Impuls forderte Prof. Dr. Roland Roth die Teilnehmenden im Generation 2.0 -Maintrack, dass eine weitere Verkürzung der Jugendphase verhindert werden muss. Jugendliche brauchen Beteiligungsprojekte als Lernorte und diese können u.a. im Förderprogramm Generation 2.0 umgesetzt werden. Darüber hinaus rief er die Jugendlichen zu mehr Unbescheidenheit gegenüber der Politik auf.

In ihrem lebendigen Vortrag „Medienkompetenz - Genderkompetenz: Empowerment durch Partizipation” lieferte Dr. Caroline Roth-Ebner von der Alpen-Adria Universität Klagenfurt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und einige Ideen für die Zukunft der Jugendarbeit und verband dadurch die Maintracks „neXTgender” und „neXTmedia”. So werden die Lebenswelten Jugendlicher mehr und mehr von Medien durchdrungen und liefern ihnen Orientierungsvorlagen. Geschlechterhierarchien, die offline existieren, reproduzieren sich dabei auch online. Zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter gelte es, diesen Kreis zu durchbrechen. 

Im Maintrack neXTmedia hatte zuvor der Nds. Datenschutzbeauftragte, Joachim Wahlbrink, deutlich gemacht, dass soziale Netzwerke im Internet die Definition von Privatheit in unserer Gesellschaft verändern. Der Medienkompetenzvermittlung in der Jugendarbeit komme dabei eine wichtige Aufgabe zu, um Nutzer-innen für einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten zu sensibilisieren.

In Anlehnung an den amerikanischen Politiker und Umweltaktivisten Al Gore forderte Wolfgang Gründinger, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, in seinem Vortrag „Jugendarbeit im Jahr 2020: Herausforderungen und Chancen” mehr kreativen Aktionismus für die Jugendarbeit. Mit Fragen wie „Warum solle man nicht z.B. einen Bagger besetzen, um der eigenen Ablehnung zum Bau eines Kohlekraftwerks Ausdruck zu verleihen?” trug der Vortrag zu einer angeregten Diskussion im Themenschwerpunkt neXT2020 bei.

Immer wieder wurde während der neXTkonferenz deutlich, wie wichtig es ist, dass sich die Akteurinnen und Akteure der Jugendarbeit parteilich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen einsetzen und ihnen Beteiligungsmöglichkeiten bieten. Welche Bedeutung dabei Online-Medien für die demokratische Kultur in Deutschland haben können, machte Hendrik Heuermann in seiner Keynote zum Abschluss der neXTkonferenz deutlich.

Die beeindruckenden Ergebnisse des Tages, die schließlich in der Closing Session zusammengetragen wurden, machen deutlich: Die Jugendarbeit in Niedersachsen ist, getreu dem Motto der neXTkonferenz „der Zeit voraus” und leistet tagtäglich ihren Beitrag für eine jugendgerechte Zukunft.

Mit über 450 haupt- und ehrenamtlichen Mitwirkenden aus den Jugendverbänden, Jugendringen, Jugendpflegen, aus Politik, Verwaltung und angrenzenden Arbeitsfeldern war die neXTkonferenz die bislang größte Fachtagung der Jugendarbeit in Niedersachsen. Organisiert wurde die Konferenz vom Landesjugendring Niedersachsen e.V. im Rahmen des Förderprogramms „Generation 2.0 – Engagement und Bildung in der Jugendarbeit” mit Mitteln des Niedersächsischen Sozialministeriums.

Fotos von der neXTkonferenz gibt es auf www.ljr.de. Viele weitere Berichte und Eindrücke auf nextkonferenz.posterous.com; dort wird es in kommenden Tagen auch die Dokumentation der neXTkonferenz geben.