News

Beschluss des Hauptausschusses: Jugendverbände protestieren gegen Rechtsextremismus

Der Hauptausschuss des Landesjugendringes Niedersachsen e.V. hat sich auf seiner Sitzung am 04.09.2007 mit dem Thema „Rechtsextremismus in Niedersachsen” befasst und die Entwicklung und die Strategien der rechten Szene einer genaueren Betrachtung unterzogen. Neben einer Diskussion der für die Jugendarbeit relevanten Konsequenzen wurde der folgende Beschluss gefasst:

Die im Landesjugendring Niedersachsen zusammengeschlossenen Jugendverbände sagen "Nein!" zu Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis niedersächsischer Organisationen und Initiativen ruft der Landesjugendring dazu auf, gegen den NPD-Wahlkampfauftakt am 15.09.2007 in Hannover zu protestieren. Damit unterstützt der Landesjugendring den Aufruf des DGB Niedersachsen "Bunt statt braun - für Demokratie und Zivilcourage, gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus".

Die Jugendverbände in Niedersachsen verstehen sich als weltoffen und demokratisch – ihre Angebote stehen allen jungen Menschen offen, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Religion. Kinder und Jugendliche können sich hier ausprobieren, wichtige soziale Kompetenzen erwerben und Anerkennung finden. Die Jugendverbände setzen demokratische Streitkultur gegen das Propagieren einfacher Lösungen, Solidarität gegen Ausgrenzung und verstehen kulturelle Vielfalt als Bereicherung, nicht als Bedrohung. Durch Partizipation und Übernahme von Verantwortung in der Jugendarbeit wird ein demokratisches Miteinander eingeübt.

Die so genannte Jugendarbeit der extremen Rechten sieht anders aus: Mit modernen Angeboten bemüht sich die NPD seit Längerem, Jugendliche direkt am Schulhof mit kostenlosen Musik-CDs und Zeitungen zu ködern. Die Botschaft ist jedoch klar: Demokratie und Pluralität sollen beseitigt  werden, wer nicht deutsch ist oder aussieht, eine andere Meinung vertritt oder einfach nicht ins Weltbild passt, hat in dem Deutschland der Rechten nichts verloren und muss damit rechnen, Gewaltopfer zu werden.

Die Ziele und das Selbstverständnis der niedersächsischen Jugendverbände stehen den menschenverachtenden Parolen und Aktivitäten der NPD und ihrer gewalttätigen Helfershelfer, den sog. Freien Kameradschaften, diametral entgegen. Die Jugendverbände im Landesjugendring Niedersachsen werden auch weiterhin gegen rechtsextremistisches Gedankengut angehen. Kinder und Jugendliche sollen durch aktive Teilhabe, Mitbestimmung und politische Bildung lernen, dass Demokratie wertvoll und schützenswert ist.

Einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten der Rechtsextremen in Niedersachsen bietet die Broschüre von Andreas Speit: Rechtsextremisten in Norddeutschland. Wer sie sind und was sie tun! Hrsg. von Angelika Beer, MdEP

Download unter www.angelika-beer.de