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Wahlalter 16: Jugend will Zukunft mitgestalten

Der Landesjugendring Niedersachsen e.V. setzt sich entschieden für eine Absenkung des Wahlalters ein, hat diese bereits vor 20 Jahren gefordert und begrüßt daher die Gesetzesinitiative der Fraktionen von SPD und Bündnis90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag zur Senkung des Wahlalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahre.

„Jugendliche können und wollen die Zukunft mitgestalten. Sie engagieren sich und übernehmen Verantwortung – und sie verfügen auch über die notwendige Reife, um wählen zu gehen“ so LJR-Vorstandssprecher Jens Risse. Dies belegen auch aktuelle Studien. So kommt die Bertelsmann-Stiftung in einer im Dezember vorgestellten Studie zu dem Ergebnis, dass „Wählen ab 16“ die Wahlbeteiligung langfristig erhöhen kann. Die Shell-Jugendstudie 2015 stellt bei jungen Menschen ein gestiegenes Interesse an Politik fest, zugleich aber auch wenig Vertrauen in Politiker-innen und Parteien. Gerade deshalb ist es nach Ansicht des LJR wichtig, das Wahlalter auch bei Landtagswahlen abzusenken. „Unsere neXTvote-Kampagnen zu den letzten Wahlen haben gezeigt, dass es gelingt, mit jugendgerechten Methoden eine Brücke zwischen Politik und jungen Menschen zu bauen und das Verständnis füreinander nachhaltig zu verbessern.“, so Risse.

Nach Ansicht des Landesjugendrings bietet die Absenkung des Wahlalters die Chance, Demokratieerziehung stärker und besser in der schulischen und außerschulischen Bildung zu verankern, da so mehr junge Menschen zum Zeitpunkt  ihrer ersten Wahl noch in diesen institutionellen Zusammenhängen erreicht werden könnten. Schule, Jugendverbände und andere Bildungsträger leisten mit ihren Angeboten einen wichtigen Beitrag dazu, die gesellschaftliche Bedeutung der Wahlhandlung, die persönliche Relevanz der Entscheidung für den einzelnen jungen Menschen und die Möglichkeiten des politischen Engagements so zu vermitteln, dass junge Menschen ein positives Verhältnis zu politischen Wahlen entwickeln. Der LJR legt daher Wert darauf, dass die Absenkung des Wahlalters mit ergänzenden Maßnahmen zur Verbesserung der politischen Partizipation junger Menschen begleitet werden sollte.

Zudem weist der Landesjugendring Niedersachsen auf zwei weitere Aspekte hin:

Die Bevölkerung wird immer älter – und das schlägt sich nach Einschätzung des LJR auch in der Politik nieder: Der demografische Wandel führt dazu, dass die Stimmen der jungen Generation im Verhältnis zu den Stimmen der älteren Generation immer weniger Gewicht haben. Damit geraten die spezifischen Interessen und Forderungen junger Menschen im Setting politischer Entscheidungen immer mehr ins Hintertreffen. „Die Politik muss aber insbesondere auch von denen mitgestaltet werden, die die Zukunft der Gesellschaft sind.”, so Risse.

Für den Landesjugendring ist es ferner nicht nachvollziehbar, weshalb jungen Menschen auf der einen Seite in früherem Alter wichtige persönliche Entscheidungen zugetraut werden, sie aber für die Teilnahme an Wahlen noch nicht die nötige Reife haben sollen: „Wer jungen Menschen durch eine Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur zutraut, mit 17 Jahren eine Berufswahl zu treffen, sollte auch das Vertrauen in junge Menschen setzen, dass sie verantwortungsvoll von ihrem Wahlrecht gebrauch machen werden.“, meint Risse dazu.