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Für Bildung, Demokratie und Klimaschutz

Beschlüsse der 31. Vollversammlung des Landesjugendrings Niedersachsen

Mit einer breiten Themenpalette befassten sich die Delegierten der 31. Vollversammlung des Landesjugendrings Niedersachsen e.V. am Samstag, dem 01.03.2008: In vier Beschlüssen fordern sie unter anderem eine sozial gerechtere Bildungspolitik und ein entschlossenes Handeln gegen Rechtsextremismus ein.

Die im Landesjugendring Niedersachsen zusammengeschlossenen Jugendverbände fordern mit ihrem Beschluss „Schritte für eine gerechte Bildung” die Politik auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Herkunft oder das Einkommen der Eltern die persönliche Qualifizierung der jungen Menschen nicht einschränken – sei es in der Schule oder im außerschulischen Bildungsbereich. Dafür ist es nach Ansicht der Delegierten notwendig, die Lehrmittelfreiheit für alle Schulformen einzuführen und sich im Bund dafür einzusetzen, dass für Schüler-innen, deren Eltern Hartz IV beziehen, schulbedingte Kosten übernommen werden und ein eigener Regelsatz für Kinder und Jugendliche im SGB II bzw. SGB XII eingeführt wird. Darüber hinaus müssen die Jugendverbände finanziell so ausgestattet werden, dass sie Kindern und Jugendlichen im Leistungsbezug die Teilnahme an Bildungs- und Freizeitangeboten zu reduzierten Teilnahmebeiträgen ermöglichen können.

In einem zweiten Beschluss fordern die Jugendverbände die Politik auf, entschlossen gegen Rechtsextremismus vorzugehen. Alle gesellschaftlichen Kräfte sollten daran mitwirken, gemeinsam mit und für Jugendliche positive Lebensperspektiven zu entwickeln, um rechtsextremen Parteien und Organisationen den Nährboden zu entziehen. Die Jugendverbände leisten mit ihren Bildungsangeboten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, um rechtem Gedankengut aktiv und präventiv zu begegnen und die Demokratie zu stärken. Diese Arbeit müsse langfristig durch gezielte Förderprogramme und eine kontinuierliche Förderung der Jugendverbandsarbeit gesichert werden.

Unter der Überschrift „Für ein gutes Klima: Jugendverbände handeln jetzt!” verpflichten sich die niedersächsischen Jugendverbände, gemeinsam Vorschläge und Praxistipps für den Umwelt- und Klimaschutz bei Maßnahmen und in Einrichtungen der Jugendarbeit zu entwickeln und in einer Arbeitshilfe zu bündeln. Ferner verpflichten sich die Jugendverbände, nach Möglichkeit auf Ökostrom umzusteigen.

In einem vierten Beschluss schließlich setzt sich der Landesjugendring mit der Struktur der niedersächsischen Jugendhilfe auseinander. Nachdem vor 15 Monaten das Landesjugendamt aufgelöst und die Aufgaben auf verschiedene Ministerien, das Landesamt für Soziales und die Kommunen verteilt wurden, werden die negativen Auswirkungen der fehlenden landesweiten Steuerung und Vernetzung der Jugendhilfe immer offensichtlicher. Für die Schaffung und Sicherung gleichwertiger Lebenschancen und -verhältnisse aller Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen ist nach Ansicht der Delegierten die Bündelung aller Aufgaben und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in einer überörtlichen, verzahnten Organisationsstruktur notwendig. Dabei müssen nach Ansicht des Landesjugendrings auch die Mitbestimmungsmöglichkeiten der freien Träger wieder in vollem Umfang hergestellt werden.

Alle Beschlüsse zum Download unter: www.ljr.de/Beschluesse.180.0.html