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Erprobt und für gut befunden

„Es ist beeindrucken, welche guten Ergebnisse die niedersächsischen Jugendverbände mit dem wenigen zur Verfügung stehenden Geld erzielt haben”, so Reinhard Teuber vom Niedersächsischen Sozialministerium bei der Abschlussveranstaltung des Modellprojekts zur Nachhaltigkeit des Jahres der Jugend am 26.02.2009 in Hannover.

Im Rahmen dieses zweijährigen Modellprojektes haben sich die Jugendverbände intensiv mit drei Themen befasst, die für die Zukunft der Jugendverbandsarbeit eine zentralere Bedeutung erlangen werden: Die Kooperation von Jugendverbänden mit Ganztagsschulen, die Einbeziehung von jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf und die Motive zum Eintritt junger Menschen in eine Jugendgruppe.

Im Einführungsreferat der Tagung gab zunächst Thomas Hergenröther (Agentur für Jugendkommunikation) einen Einblick in die Bedeutung der Jugendkultur für die Lebenswelt junger Menschen. Daraus leitete Hergenröther auch Forderungen für die Jugendverbandsarbeit und die Schule ab. Lehrer-innen und Sozialpädagog-inn-en müssen sich nach seiner Ansicht stärker auf die Lebenslagen Jugendlicher und die jugendkulturellen Strömungen einlassen. Um bei jungen Menschen das Interesse für Lernen und/oder Beteiligung zu wecken, ist es aus seiner Sicht notwendig, mit den Angeboten stärker als bislang an den Interessen junger Menschen anzuknüpfen.

Für Jugendverbände sieht der Organisator des „Battle of the Year” die Herausforderung, die Angebote und Möglichkeiten der Jugendarbeit auch für Jugendkulturen zu öffnen, die bislang kaum erreicht werden. Dafür müssten sich die Jugendorganisationen vor allem als Ermöglicher und Raumausstatter sehen, die Jugendlichen die Chance bieten, ihre eigenen Projekte in die Tat umzusetzen und diese dabei zu unterstützen.

Wie Jugendverbände mit dieser Herausforderung in den vergangenen zwei Jahren umgegangen sind, wurde anschließend bei der Ergebnispräsentation in den Workshops deutlich. Daraus ergeben sich auch zukunftsweisende Handlungsperspektiven für Jugendverbände, die in der 38-seitigen Abschlussdokumentation, die ab sofort als Download auf www.ljr.de zur Verfügung steht, dargestellt werden.

Das Abschlussplenum mit Vertreterinnen und Vertretern der drei Säulen machte die Handlungsbereitschaft noch einmal deutlich: Mit neXT2020 haben die Jugendverbände in Niedersachsen begonnen, eine Zukunftsperspektive für ein jugendgerechtes Niedersachsen zu entwickeln. Der gesellschaftlichen Zukunftsentwicklung sollen dann auch Perspektiven für die Weiterentwicklung der Jugendverbandsarbeit folgen – ein Projekt, das auch beim Sozialministerium auf großes Interesse und Unterstützungsbereitschaft stößt.

Zugleich machten die Jugendverbände aber auch deutlich, dass sie nicht die „Wunderwaffe” zur Bekämpfung aller Jugendprobleme sein können. Vielmehr gäbe es Grenzen, die sich aus dem Selbstverständnis der Jugendverbandsarbeit, den zur Verfügung stehenden Ressourcen und den überwiegend ehrenamtlichen Strukturen ergeben.

Die Ausführliche Bilanz des Modellprojekts kann auf http://www.ljr.de/?id=732 nachgelesen werden - dort steht auch die Abschlussdokumentation als Download bereit.