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Die Juleica: Basis für ehrenamtliches Engagement in Niedersachsen

„Die Basis für das ehrenamtliche Engagement wird in der Jugend gelegt, deshalb muss die Arbeit von Jugendleiter-inne-n besonders gewürdigt werden”, so Martin Richter, Vorstandssprecher des Landesjugendring Niedersachsen e.V. (LJR) anlässlich der Vorstellung der Ehrenamtskarte am heutigen Donnerstag durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff.

Denn schließlich hätten Studien gezeigt, dass der überwiegende Teil der Ehrenamtlichen im Jugendalter erstmalig aktiv wird und dann zumeist in der Jugendarbeit.
Richter verweist in diesem Zusammenhang auf die großen Erfolge der „Jugendleiter/innen-Card” (Juleica): Seit ihrer bundesweiten Einführung im Jahr 1999 wurden über 60.000 Karten an  niedersächsische Ehrenamtliche ausgegeben, die sich in der Jugendarbeit engagieren; mehr als in jedem anderen Bundesland. Die Juleica sei jedoch, so Richter, mehr als nur eine Anerkennung für die Jugendleiter-innen. Im Gegensatz zu der E-Card ist sie auch ein Qualitätsmerkmal und Qualifizierungsnachweis: Um sie beantragen zu können, müssen die Engagierten eine Ausbildung absolvieren, die mindestens 50 Stunden umfasst und die wesentlichen Kenntnisse zu Aufsichtspflicht, Gruppenpädagogik und Methoden vermittelt.  
Die Erfolgsgeschichte der Juleica untermauert der Landesjugendring auch durch eine aktuelle Statistik: Noch nie gab es in Niedersachsen so viele gültige Juleicas wie zurzeit – mit knapp 25.000 Cards wurde 2007 eine neue Rekordmarke aufgestellt.
Dabei gibt es nach Informationen des LJR aber starke regionale Unterschiede: An der Zahl der Juleicas in den einzelnen Landkreisen kann man auch ablesen, wie stark die Juleica in den einzelnen Regionen gefördert wird – durch Fortbildungen, positive Lobbyarbeit oder auch durch Anerkennung und ein Dankeschön für die Inhaber-innen. So sei es beispielsweise dem Landkreis Rotenburg/Wümme gelungen, innerhalb von vier Jahren die Zahl der gültigen Juleicas zu vervierfachen, in der Stadt Göttingen konnte deren Anzahl durch eine stadtweite Kampagne verdoppelt werden.
Zunehmende Unterstützung für die ehrenamtliche Jugendarbeit und eine stärkere Anerkennung des Engagements sei insbesondere auch in den Regionen notwendig, in denen es sinkende Einwohnerzahlen gäbe, denn in diesen Regionen, so die Erkenntnis des LJR, sei die Zahl der Jugendleiter-innen signifikant niedriger als in anderen Landkreisen. „Doch durch ein zurückgehendes Engagement und den Wegzug der engagierten Jugendlichen für Studium oder Ausbildung schwinden auch die Angebote der Jugendarbeit, so dass die Region noch unattraktiver für junge Menschen wird.
Richter fordert daher alle Kommunen und Landkreise auf, dafür zu sorgen, dass der besondere Stellenwert des Engagments der Jugendleiter-innen nicht bei der Einführung der E-Card in Vergessenheit gerät und spezielle Anreize für das Ehrenamt in der Jugendarbeit geschaffen werden.
Die ausführlichen Ergebnisse der aktuellen Juleica-Statistik können auf dem Jugendserver Niedersachsen abgerufen werden – unter anderem als VideoCast.