Geh' Wege, die
noch niemand ging,
damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub. (Saint-Exupéry)
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neXTkultur: Migration • Partizipation • Integration • Kooperation

Vorbehaltlich der Bewilligung des Projektes, beabsichtigt der Landesjugendring in den Jahren 2012/2013 das Projekt "neXTkultur: Migration • Partizipation • Integration • Kooperation" durchzuführen.

neXTkultur

Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund ist ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen. Um hier erfolgreich sein zu können, ist es von Bedeutung, dass die Organisationen, die junge Menschen als Hauptzielgruppe haben, für das Themenfeld weiter sensibilisiert, qualifiziert und unterstützt werden. Dabei spielen auch Jugendverbände, kommunale Jugendringe, Jugendinitiativen und kommunale Jugendpflegen eine entscheidende Rolle.

Zu unterscheiden sind in diesem Kontext zwei verschiedene Formen der Integration: Zum Einen die subjektbezogene Integration, bei der der einzelne Jugendliche mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt steht und dessen Teilhabemöglichkeiten an multiethnischen Angeboten der Jugendarbeit verbessert werden sollen, zum Zweiten die strukturelle Integration, worunter die Kooperation der Migrant-inn-en-Jugend-Selbstorganisationen (MJSO) und der örtlichen Jugendinitiativen, in denen sich (fast) ausschließlich junge Menschen mit Migrationshintergrund (migJG) zusammengeschlossen haben, mit den Trägern der Jugendarbeit gemeint ist.

Dieser zweite Ansatz zur Integration steht im Mittelpunkt des Projektes „neXTkultur”.

Ziele des Projektes

Folgende Ziele sollen mit „neXTkultur” erreicht werden:

  • Analyse der Struktur: Welche MJSOs gibt es in Niedersachsen, welche JG-Mig's gibt es in den niedersächsischen Landkreisen und Städten?
  • Bestandsaufnahme: Welche Kooperationen gibt es bereits zwischen MJSOs und Jugendverbänden bzw. zwischen migJGen und den (örtlichen) Strukturen der Jugendarbeit?
  • Sensibilisierung und Qualifizierung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter-innen der Träger für die strukturelle Integration
  • Sammlung und Veröffentlichung von Good-Practise-Beispielen
  • Erfahrungsaustausch zwischen Gruppen/Organisationen aus ganz Niedersachsen, die bereits in dem Themenfeld aktiv sind
  • Beratung von Jugendgruppen, Jugendverbänden und kommunalen Jugendringen, die sich in diesem Themenfeld engagieren wollen
  • Beratung und Unterstützung für MJSOs und migJGen bei der Etablierung von deren Angeboten der Jugendarbeit und Qualifizierung von Ehrenamtlichen (z.B. Juleica)

Projekt-Struktur

Vernetzungsstelle

Das Projekt „neXTkultur” soll eine Laufzeit von 24 Monaten haben. Für diesen Zeitraum soll eine beim Landesjugendring Niedersachsen e.V. angesiedelte Vernetzungsstelle eingerichtet werden, die mit einer Teilzeitstelle (Qualifikation: Jugendbildungsreferent-in oder vergleichbar) ausgestattet sein soll.
Diese Vernetzungsstelle wird die Durchführung des Projektes koordinieren, die Bestandsaufnahme/Analyse vorantreiben, eigene Veranstaltungen etc. durchführen und die Vernetzung mit den verschiedenen Akteur-inn-en und den Strukturen der niedersächsischen Jugendarbeit fördern.

Kooperationspartner

Zu den Kooperationspartnern von „neXTkultur” sollen gehören:

  • MJSOs und MSOs auf der Landesebene
  • landesweit tätige Jugendverbände
  • Landesbeirat für Jugendarbeit
  • örtliche Jugendinitiativen, in denen sich (fast) ausschließlich junge Menschen mit Migrationshintergrund (migJGen) zusammengeschlossen haben
  • örtliche Gruppen bzw. Kreisverbände der Jugendverbände
  • kommunale Jugendpflegen und Jugendämter
  • kommunale Jugendringe
  • Integrationslots-inn-en/Toleranzlots-inn-en
  • Runde Tische u.Ä., die sich vor Ort mit dem Thema beschäftigen

Bestandteile des Projektes

1. Analyse der Struktur & Bestandsaufnahme

Während es für die „traditionellen” Strukturen der Jugendarbeit in Niedersachsen relativ gute Erkenntnisse darüber gibt, welche Gruppen und Zusammenschlüsse existieren, gibt es über die Angebote der MJSOs und von migJGen kaum systematisch erfasste Erkenntnisse.

In einem ersten Schritt soll daher eine Bestandsaufnahme erfolgen, in deren Rahmen nicht nur die vorhandenen Gruppen erfasst, sondern auch bestehende Kooperationen mit den traditionellen Strukturen der Jugendarbeit erfragt werden sollen.

Eine Webseite könnte dabei helfen, einzelne örtliche Projekte darzustellen und so Anregungen für weitere Interessierte zu bieten und den Austausch zwischen Projekten zu erleichtern.

2. Vernetzung der Aktiven

Die bereits in der (strukturellen) Integration aktiven Träger/Organisationen sollen landesweit vernetzt und so der Erfahrungsaustausch erleichtert werden. Zugleich sollen durch diese Vernetzung Good-Practise-Beispiele gesammelt sowie weitere Bedarfe für die Integrationsarbeit, Hindernisse bei und Lösungen für Probleme bei der Integrationsarbeit herausgearbeitet werden.

3. Sensibilisierung und Qualifizierung

Diese Ergebnisse und guten Ansätze der strukturellen Integration sollen dann auch anderen Trägern der Jugendarbeit z.B. durch Publikationen und Veranstaltungen zugänglich gemacht und so neue Kooperationen angeregt werden.
Im Rahmen des Projektes könnte beispielsweise ein „Juleica-Praxisbuch” zum Thema „Transkultuerelle Jugendarbeit” erscheinen.

4. Beratung von interessierten Gruppen

Schließlich soll, sofern dies innerhalb des Projektzeitraums möglich ist, auch eine Beratung von interessierten Jugendringen, Jugendverbänden und Jugendgruppen angeboten werden, wie diese eine strukturelle Integration vorantreiben können.

5. Coaching für MJSOs

Die Erfahrungen aus anderen Projekten zur strukturellen Integration von MJSOs und migJGen, die in den vergangenen Jahren in anderen Bundesländern durchgeführt wurden, zeigen, dass die Prinzipen der Jugendarbeit (Ehrenamtlichkeit, Partizipation, Freiwilligkeit, Ergebnisoffenheit, Bottom-up-Prinzip, Gleichaltrigenerziehung,...) bei den MJSOs und migJGen oftmals nur schwach ausgeprägt sind und deren Aktive nicht nach den Standards der Jugendarbeit (z.B. Juleica) qualifiziert sind. Ein Coaching von MJSOs durch einen traditionellen Jugendverband (z.B. Teilnahme an Juleica-Schulungen oder an Gremien-Sitzungen,...) kann hier einen guten Einblick in die Prinzipien der Jugendarbeit bieten und diese erlebbar machen.

6. Wissenschaftliche Begleitung

Eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes wäre wünschenswert; der Kontakt zu Universitäten/Fachhochschulen soll aber erst aufgenommen werden, wenn das Projekt durchgeführt werden kann.

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