Geh' Wege, die
noch niemand ging,
damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub. (Saint-Exupéry)
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Die Ergebnisse von PROjuleica

Qualifizierung von Jugendleiter-inne-n

Zur weiteren Qualifizierung der Juleica-Inhaber-innen hat der Landesjugendring 2003 das „Juleica – Handbuch für Jugendleiter-innen” herausgegeben. Auf 160 Seiten erhalten die Jugendleiter-innen dort alle wichtigen Informationen, die man für die Arbeit in der Jugendgruppe benötigt. Von A wie Aufsichtspflicht bis Z wie Zuschüsse werden die wichtigen Themen der Jugendarbeit für Ehrenamtliche verständlich aufgearbeitet. Dieses Handbuch wird in den kommenden drei Jahren allen Jugendleiter-inne-n in Niedersachsen bei Aushändigung der Juleica kostenlos überreicht, wenn sie eine neue Juleica erhalten. Das Handbuch ist sowohl bei den Jugendleiter-inne-n als auch in der Fachöffentlichkeit sehr gut angenommen worden, zahlreiche Telefonate und E-Mails zeugen von der Beliebtheit der Publikation. Die 37.000 Exemplar-große Startauflage wurde an die Jugendämter und Zentralstellen für die Juleica-Ausgabe kostenlos in einer Anzahl verschickt, die den Bedarf der kommenden drei Jahre decken soll. Innerhalb kürzester Zeit war die Auflage vergriffen und eine 2. Auflage gedruckt.

Das überaus positive Feedback auf das Juleica-Handbuch und der Wunsch vieler Jugendleiter-innen, sich vertiefend mit einzelnen Aspekten zu befassen, hat den Landesjugendring veranlasst, ergänzend zum Handbuch in loser Folge Praxisbücher aufzulegen, die sich mit einzelnen Arbeitsfeldern von Jugendleiter-inne-n intensiver befassen. Als erstes Praxisbuch ist im Jahr 2004 das „Juleica-Praxisbuch G zur geschlechtsbewussten Jugendarbeit” erschienen. Im Rahmen des parallel laufenden Projektes „PROjugendringe” wurde ferner das „Praxisbuch R – Ringe und Raumausstatter” erstellt.

Qualifizierung von Juleica-Ausbilder-inne-n

Neben den Jugendleiter-inne-n sollten auch die Juleica-Ausbilder-innen im Rahmen des Projektes „PROjuleica” qualifiziert werden.

Dazu diente zum einen ein Fachtag mit über 200 Teilnehmer-inne-n. Dieser bot am 24.11.2003 den Ausbilder-inne-n von Jugendleiter-inne-n die Möglichkeit, verschiedene Methoden und Bausteine der Juleica-Ausbildung kennen zu lernen und miteinander zu diskutieren. 10 Workshops boten die Möglichkeit, neue Impulse für die Arbeit aufzunehmen. An der Veranstaltung nahmen Ausbilder-innen von Jugendverbänden und kommunalen Jugendpflegen gleichermaßen teil, etwa 70% aller niedersächsischen Landkreise waren vertreten.

Ferner wurde ein neues Tool für den Jugendserver Niedersachsen entwickelt. Eine Datenbank bietet nun Ausbilder-inne-n die Möglichkeit, Seminareinheiten und Methoden online auszutauschen und zu diskutieren. Die Datenbank ist in einem geschützten Bereich angelegt worden, so dass nur Ausbilder-innen, die selber eine Einheit eingestellt haben, auch die Einheiten der anderen lesen können. Ähnlich wie für das Juleica-Handbuch gibt es auch für dieses Tool ein starkes bundesweites Interesse. Im Rahmen eines Content-Sharings werden daher zz. die Möglichkeiten geprüft, diese Datenbank gemeinsam mit anderen Landesjugendringen weiterzuentwickeln.

 

Projektbegleitung

Begleitet wurde das Projekt, neben der Anbindung an die regulären Gremien des Trägers, durch zwei spezielle Gremien.

Der Juleica-Beirat übernahm die politisch-fachliche Begleitung des Projektes. In ihm waren neben Vertretern der Jugendverbände auch Vertreter-innen des Niedersächsischen Landesjugendamtes, der Unternehmerverbände Niedersachsens, der Arbeitsgemeinschaft der Jugendämter/Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund sowie der Politik Mitglied. Der Beirat tagte im Projektzeitraum sechsmal. Über den Beirat wurde eine gute Anbindung des Projektes in die verschiedenen Strukturen erreicht und Kommunikationswege verkürzt. Dadurch trug der Beirat dazu bei, dass trotz der kurzen Projektlaufzeit die Informationen in kurzer Zeit eine weite Verbreitung fanden.

Die Juleica-AG hatte die Aufgabe, das Projekt inhaltlich zu begleiten. In der Juleica-AG arbeiteten Vertreter-innen der Jugendverbände, der kommunalen Jugendringe und der kommunalen Jugendpflegen mit. Die AG traf viermal zusammen und arbeitete inhaltlich an der Entwicklung der Image-Kampage und des Wettbewerbs mit. Ferner begleitete sie die Erstellung des Juleica-Handbuchs und des Praxisbuchs. Die Einbeziehung der örtlichen Ebene hat dazu beigetragen, die Materialien praxisnah zu gestalten und sie an den Bedürfnissen der kommunalen Akteur-inn-e-n zu orientieren.

 

Fazit

Mit dem bundesweit beispielhaften Projekt „PROjuleica” ist es dem Landesjugendring bereits im ersten Projektjahr gelungen, die Voraussetzungen und Arbeitsbedingungen für Juleica-Inhaber-innen deutlich zu verbessern.

Die Resonanz auf die Aktivitäten des Landesjugendrings und die entwickelten Materialien war sehr gut, zahlreiche lokale Gruppen haben dieses Material und den Wettbewerb zum Anlass genommen, das Thema Juleica und die Förderung des ehrenamtlichen Engagements intensiver zu behandeln.

Bei der Ausstellung der Juleica nimmt Niedersachsen weiterhin eine Spitzenstellung ein. Mehr als jede fünfte bislang ausgestellte Juleica wurde an eine-n niedersächsische-n Jugendleiter-in ausgegegeben. Mit über 40.000 Cards (Stand: September 2004) insgesamt bzw. 12.520 Cards je 1 Mio. Einwohner-innen zwischen 15 und 45 Jahren ist diese Zahl sowohl absolut als auch relativ betrachtet bislang von keinem anderen Bundesland erreicht worden.

Als Wermutstropfen ist die mangelhafte Beteiligung der Unternehmerverbände an dem Projekt zu bewerten. Nicht nur, dass der Vertreter der UVN an keiner Sitzung des Beirats persönlich teilgenommen hat, auch die Weitergabe von Informationen über diesen Kanal hat kaum funktioniert. Dies hat es unmöglich gemacht, im Rahmen des Projektes zu landesweiten Vergünstigungen für Juleica-Inhaber-innen zu kommen oder Rahmenempfehlungen von Innungen oder Unternehmerverbänden zu erzielen. Um auf diesem Feld Chancen für nennenswerte Erfolge zu haben, wäre es nach Ansicht des Juleica-Beirats notwendig, dass es eine höher angelegte politische Initiative gibt und z.B. der Ministerpräsident zu einem Runden Tisch einlädt.

Trotz dieser Einschränkung ist das Projekt insgesamt als sehr erfolgreich zu bewerten. Es ist gelungen, die Juleica als „Markenzeichen” für gute und qualifizierte Jugendarbeit in Niedersachsen zu etablieren und die Qualifizierung der Jugendleiter-innen weiter voranzutreiben.

Aus Sicht des Projektträgers muss es nun darum gehen, die erzielten Erfolge nachhaltig abzusichern, die notwendigen Strukturen zu erhalten und auch zukünftig finanzielle Ressourcen bereitzustellen, um z.B. den Wettbewerb „Juleica-freundliches Niedersachsen” weiter durchführen zu können und weiterhin allen Juleica-Inhaber-inne-n gemeinsam mit der Juleica ein kostenloses Juleica-Handbuch überreichen zu können.

 

Juleica Fachtag Foto Landesjugendring Nds.