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Jugendpolitik – neue Stärke oder weiterer Bedeutungsverlust?

Perspektiven der Jugendpolitik

Gefragt nach den zentralen Herausforderungen für die Jugendarbeit und Jugendpolitik der nächsten Jahre in Niedersachsen und dem ersten Arbeitsfeld, dem sich die Parteien nach der Wahl widmen wollen, gibt es einige Schnittmengen. So taucht das Thema Bildung bei allen Fraktionen auf: Alle wollen sich für Chancengerechtigkeit engagieren und benachteiligte Kinder und Jugendliche besser integrieren. CDU und FDP benennen hier besonders jene mit Migrationshintergrund. Das Bekenntnis zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien wird die aejn sicherlich freuen (s.o.); nicht nur die Evangelische Jugend wird sich fragen, ob dies bereits die Ankündigung ist, wieder Fördermittel für der Integration dienende Freizeit- und Erholungsmaßnahmen bereitzustellen.
Die weiteren Prioritäten sind z.T. recht unterschiedlich: Die FDP will ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung von Strukturen im ländlichen Raum legen, den Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Misshandlung stärken sowie weiter daran arbeiten, Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Die SPD prangert den Mangel eines ganzheitlichen Konzeptes für die Jugendpolitik an und will hier neue Akzente setzen. Ehrenamtliches Engagement junger Menschen soll gestärkt werden; mit demokratischer Jugendarbeit soll rechtsextremistischen Tendenzen Vorschub geleistet werden. Die Grünen fordern eine Abkehr vom selektiven Schulsystem und wollen eine »Neue Schule« nach finnischem Vorbild verwirklicht sehen.

Grundlagen und Chancen für eine verbesserte Zusammenarbeit

Auszug aus Korres 103 Michael Peters

Wenn es darum geht, Vorstellungen zu äußern, wie die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit und Politik verbessert werden kann, lässt der Wahlkampf deutlich grüßen: Während CDU und FDP das während ihrer Amtszeit durchgeführte »Jugendforum« im Landtag zum »Jahr der Jugend 2006« als guten Ansatzpunkt loben, fordert die SPD die Träger der Jugendarbeit auf, die Verantwortlichen für die Kürzungen in diesem Bereich klar beim Namen zu nennen; an die Stelle der »Inszenierung medienwirksamer Events durch die amtierende Landesregierung« müsse eine verlässliche und ganzheitliche Jugendpolitik treten. Auch die Grünen meinen, Politik müsse die Jugendverbände als Partner »wieder ernst nehmen« und dürfe deren Förderung nicht an die Kassenlage des Landes knüpfen. Die SPD möchte zudem prüfen, ob der 2003 abgeschaffte Jugendausschuss des Landtages neu installiert werden sollte.