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19.09.14 , 12:30 Uhr

Anerkennung sexueller Vielfalt muss Thema in Schule und Gesellschaft sein!

Der Landesjugendring Niedersachsen e.V. begrüßt den Vorstoß der Fraktionen von SPD und Bündnis90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag, sexuelle Vielfalt zukünftig stärker im Schulunterricht zu berücksichtigen. "Die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten und gleichgeschlechtliche Lebensweisen anzuerkennen und jeder Form der Diskriminierung, der Ausgrenzung und des Mobbings aufgrund der sexuellen Orientierung zu verhindern, muss ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag sein, daher darf das Thema auch in der Schule kein Tabu sein.", so LJR-Vorstandssprecher Jens Risse.


Der Landesjugendring Niedersachsen kritisiert in diesem Zusammenhang die Äußerungen der CDU-Abgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock, die von der Nordwest-Zeitung mit der Aussage "Auf keinen Fall kann es sein, dass beispielsweise Schwule und Lesben in den Klassen allein gegenüber den Kindern auftreten." zitiert wurde und dies gegenüber Spiegel Online dahingehend relativiert hat, dass bei externen Gästen in der Schule generell sichergestellt werden müsse, dass stets ein Lehrer anwesend ist. "Hier werden völlig unbegründet Ängste geschürt und externen Partnern der Schulen und deren pädagogischen Konzeptionen wird ein generelles Misstrauen entgegengebracht." kritisiert Risse. Gerade solche Aussagen zeigten, wie wichtig eine vorurteilsfreie Information über die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identität nicht nur in der Schule sei.

In diesem Zusammenhang kritisiert der Landesjugenring auch, dass noch immer viele Lehrkräfte ihre Homosexualität in der Schule aus Angst vor Repressionen verbergen würden. In seiner Stellungnahme zum Entschließungsantrag fordert der LJR daher, den Antrag entsprechend zu ergänzen: Die Landesregierung solle dazu beitragen, ein Klima zu schaffen, das dazu dienlich ist, dass diese Lehrenden als Vorbilder für junge Menschen dienen können.

Dem Thema sexuelle Vielfalt in der Schule einen höheren Stellenwert einzuräumen, kann nach Auffassung des Landesjugendrings nur ein Schritt sein: Die Persönlichkeit junger Menschen wird vor allem auch im freundschaftlichen Miteinander und durch Angebote der Gleichaltrigenerziehung außerhalb des Unterrichts geprägt – Jugendverbände, Sportvereine und andere gemeinwesenorientierte Angebote für junge Menschen haben daran einen wesentlichen Anteil und sehen in dem Entgegenwirken von Diskriminierung eine wichtige Aufgabe, dazu zählt auch die Arbeit für die Akzeptanz sexueller Vielfalt.

Neben der Information über die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten, die sich an alle junge Menschen richtet, ist es aber nach Auffassung des Landesjugendrings auch wichtig, kontinuierliche Gruppenarbeit und Unterstützungsangebote für schwule, lesbische, bi-, trans- oder intersexuelle junge Menschen, wie diese beispielsweise von schwul-lesbischen Jugendgruppen selbstorganisiert angeboten werden, zu unterstützen. Insbesondere in ländlichen Regionen gibt es nach Beobachtung des LJR jedoch häufig nicht genügend Unterstützung für solche Jugendgruppen, die sich landesweit beispielsweise im Jugendnetzwerk LAMBDA zusammengeschlossen haben.