Das Projekt „PROjugendringe – zukunftssicher und innovativ“ richtet sich in erster Linie an die Vorstände der kommunalen Jugendringe, die in ihrem ehrenamtlichen Engagement einer besonderen Unterstützung bedürfen, und an deren hauptamtliche Mitarbeiter-innen. Diese Personen sollen durch dieses Projekt in ihren Bemühungen unterstützt werden, junge Menschen, die durch Jugendarbeit bisher nicht erreicht wurden, oder solche, die bisher noch nicht in ausreichendem Maße gefördert werden konnten, in die Jugendarbeit einzubinden. Ferner richtet es sich an junge Menschen, die in ihrem ehrenamtlichen Engagement zusätzlicher Unterstützung bedürfen.
Projektbestandteile
Das Projekt PROjugendringe hatte eine Laufzeit von zwei Jahren (2003 - 2004), in denen die verschiedenen Projektbestandteile durchgeführt werden.
In der Projektlaufzeit hat sich gezeigt, dass einige der beabsichtigten Maßnahmen und Projekte nicht wie vorgesehen durchgeführt werden können. Aus diesem Grund wurde das Projekt konzeptionell auf Grundlage der zwischenzeitlich gemachten Erfahrungen und der erhaltenen Rückmeldungen weiterentwickelt. Diese Erfahrungen fließen nun auch in die konzeptionelle Weiterentwicklung der Angebote des Landesjugendrings für die kommunalen Jugendringe nach Abschluss der Projektphase ein.
Projekthafte Begleitung von Jugendringen
Mit Hilfe einer Ausgabe der „4you – Zeitschrift für Jugendringe” wurde das Projekt „PROjugendringe” im Frühjahr 2003 den Mitarbeiter-inne-n der kommunalen Jugendringe vorgestellt. Gleichzeitig wurden sie aufgefordert, sich um einen Platz bei dem Coaching-Verfahren zur „Projekthaften Weiterentwicklung von Jugendringen” zu bewerben. Etwa 10 Jugendringe haben daraufhin ihr Interesse an einem solchen Coaching bekundet. Mit Vertreter-inne-n dieser Jugendringe fand am 17.05.2003 eine Tagesveranstaltung in Hannover statt, um das Projekt detaillierter vorzustellen und die gegenseitigen Erwartungen zu klären.
Dabei haben sich zwei Jugendringe gefunden, die seitdem von jeweils einem Coach begleitet werden, um neue Ideen und Impulse für ihre Arbeit zu bekommen und projekthaft einzelne Bausteine zur Aktivier-ung und Stärkung kommunaler Jugendringe zu erproben. Die projekt-hafte Begleitung war zeitlich bis September 2004 befristet, die Ergeb-nisse werden in den Abschlussberichten der Coaches beschrieben.
Jugendring-Befragung 2003
Zur Evaluation des Projektes wurde im Herbst 2003 mit der Jugendring-Befragung 2003 begonnen, die zum Ziel hatte, die Situation der Jugendringe in Niedersachsen zu erforschen, und die Basis für weitere Handlungsstränge im Rahmen des Projektes sein sollte. Erste Ergebnisse der Erhebung, die bis November 2003 lief, wurden unmittelbar ausgewertet, eine umfangreiche Auswertung folgte in 2004.
Seminare für Mitarbeiter-innen und Interessierte
Im Herbst 2003 wurde die Seminarreihe „Tools & Know-how für Jugendringe” ausgeschrieben. Für den Zeitraum von November 2003 bis April 2004 waren im Rahmen dieser Reihe vier Seminare geplant. Das Seminar im November 2003 bot den Jugendlichen eines Jugendverbandes die Möglichkeit, sich an diesem Wochenende mit kommunalen Jugendringen zu befassen. Die anderen Seminare mussten abgesagt werden, da sich nicht genügend Teilnehmer-innen angemeldet haben. Die Gründe dafür sind vor allem in der hohen zeitlichen Belastung Vieler zu suchen, die in kommunalen Jugendringen engagiert sind. Daher fehlte ihnen offensichtlich die Bereitschaft und die Zeit, ein ganzes Wochenende für ein solches Seminar einzubringen. Ferner wurden die landesweite Ausschreibung und die damit verbundenen weiten Fahrstrecken als negativ beurteilt.
Daher wurde dieser Projektbestandteil weiterentwickelt und die Veranstaltungsreihe „regional4you” angeboten. Sie griff die beiden zentralen Kritiken an der Seminarreihe auf und bestand aus 5 Tagesveranstaltungen (jeweils an einem Samstag), die an unterschiedlichen Orten dezentral in Niedersachsen stattfanden. Ziel bei der Ortswahl war es, dass kein-e Teilnehmer-in mehr als 100km fahren muss, um an einer der Veranstaltungen teilnehmen zu können. Mit der Anmeldung hatten die Teilnehmer-innen die Möglichkeit, aus fünf Themenvorschlägen zwei auszuwählen. Die Themen mit den meisten Nennungen wurden dann bearbeitet. Darüber hinaus boten die Veranstaltungen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zwischen den Jugendringen und zum Knüpfen neuer Kontakte.
AG „Jugendringe”
Die Begleitung des gesamten Projektes wurde von der AG „Jugendringe” übernommen, in der sowohl Vertreter-innen von kommunalen Jugendringen als auch aus Jugendverbänden mitarbeiten. Im Rahmen der zehn Sitzungen im Projektzeitraum haben sie neue Bausteine für die zukünftige Arbeit der Jugendringe entwickelt. Im Mittelpunkt stand dabei die Überlegung, wie die Arbeit der kommunalen Jugendringe zukunftsorientiert weiterentwickelt werden kann. Diese Überlegungen flossen schließlich auch in das „Praxisbuch R – Ringe und Raumausstatter” und die Kampagne „wir gestalten Räume” ein.
„Praxisbuch R – Ringe und Raumausstattung”
Mit dem „Praxisbuch R – Ringe und Raumausstattung” knüpft der Landesjugendring von der Machart her an das erfolgreiche Juleica-Handbuch und das „Praxisbuch G zur geschlechtsbewussten Jugendarbeit” an, die im Rahmen des Impulsprojektes „PROjuleica” erstellt wurden. Inhaltlich stellt das Praxisbuch eine Ergänzung zu dem „Jugendring-Handbuch” dar. Mit der Kombination dieser beiden erfolgreichen Publikationsstränge wird gleichzeitig die Bedeutung der Jugendringe für die Arbeit der Jugendleiter-innen und umgekehrt hervorgehoben.
Bedeutung der Jugendringe stärken
Im Rahmen der Imagekampagne „wir gestalten Räume” hat der Landesjugendring Niedersachsen neues Informationsmaterial aufgelegt, das zum einen von Jugendringen genutzt werden kann um vor Ort für die eigene Arbeit zu werben, und das zum anderen Jugendverbände in ihren Strukturen einsetzen können, um auf die Bedeutung hinzuweisen, in den kommunalen Jugendringen mitzuarbeiten. So entstand beispielsweise die Broschüre „jugendring > netzwerk > raumausstatter” und eine Postkarten-Serie „wir gestalten Räume”. Diese Postkarten-Serie gibt den Jugendringen die Möglichkeit, speziell mit den dargestellten Tätigkeitsbereichen zu werben, die ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sind.
In zahlreichen Ortsterminen bei kommunalen Jugendringen wurde außerdem die Bedeutung der Jugendringe im Rahmen von Referaten entfaltet und es wurden Impulse für die Arbeit vor Ort gegeben.
Die positive Imagearbeit für Jugendringe hat insbesondere in der Schlussphase des Projektes erste Früchte getragen. So ist die Zahl der Beratungs- und Referentenanfragen deutlich gestiegen.
Abschlussveranstaltung „future4you&friends”
Am 13.11.2004 fand im Freizeit Ricklingen die landesweite Abschlussveranstaltung des Projektes statt. Ca. 100 Gäste aus kommunalen Jugendringen, Jugendverbänden und Jugendpflegen diskutierten in den verschiedenen Workshops und im Plenum engagiert über verschiedene Tätigkeitsfelder von Jugendringen und Perspektiven für die Arbeit vor Ort.
Fazit
Nachdem das Projekt insbesondere in 2003 mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte, können die erzielten Ergebnisse insgesamt als positiv und die Ziele als erreicht betrachtet werden. Zwingend notwendig wird es aber sein, diese Anstrengungen weiter voranzutreiben, um in den Jugendgruppen vor Ort der grundlegenden Einsicht zum Durchbruch zu verhelfen, dass kommunale Jugendringe ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Jugendarbeit sind und dass sie als Jugendgruppe darin mitarbeiten sollen. Nur so kann es gelingen, die personellen Schwierigkeiten, die nach wie vor in vielen Jugendringen vorherrschen, zu beseitigen und die Jugendringe mit neuen Inhalten zu füllen. Das Projekt hat dazu einen wichtigen Anstoß gegeben.