Trotz der Aktion wurden im Haushaltsjahr 2004 massive Einschnitte in der Förderung der Jugendarbeit in Niedersachsen vorgenommen. Diese Streichungen betreffen inzwischen auch die Kernbereiche der verbandlichen Jugendarbeit:
Seitdem sind allerdings keine weiteren Kürzungen veranlasst worden.
Auf der Vollversammlung 2005 beschlossen die Delegierten der LJR-Mitgliedsverbände eine Positionierung gegen weitere Kürzungen und die Rückeroberung der bisher gekürzten Gelder:
Finanzielle Kürzungen beeinträchtigen das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie die Weiterentwicklung von Jugendverbandsarbeit?Die Situation Investitionen in die Kinder- und Jugendarbeit bedeuten immer auch eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Diese zentrale Erkenntnis scheint in den vergangenen Monaten angesichts der beschlossenen Kürzungen aus dem Blickfeld geraten zu sein.
Die Streichungen betreffen inzwischen auch die Kernbereiche der verbandlichen Jugendarbeit:
In den Maßnahmen der Jugendverbände werden Kindern und Jugendlichen neben Bildungsthemen notwendige Schlüsselkompetenzen für das alltägliche Leben, wie Konfliktfähigkeit, Eigenverantwortung, Sozialverhalten, politisches Engagement für eine Bürger-innengesellschaft usw. vermittelt. Insbesondere die Kinder- und Jugendfreizeiten sowie die Bildungsveranstaltungen nehmen eine Schlüsselfunktion für das erlebnisorientierte Hineinwachsen von Kindern und Jugendlichen in die Jugendverbandsarbeit ein. Hier wird vielfach der Grundstein zum ehrenamtlichen Engagement und zur lebendigen Mitbestimmung im Jugendverband und in der Gesellschaft gelegt. Durch den Wegfall der Förderung auf Landesebene wird es für die Jugendverbände immer schwieriger, Freizeitmaßnahmen und insbesondere Maßnahmen mit Kindern zu finanzieren. Die negativen Folgen der Kürzungen wirken sich besonders auf die Kinder und Jugendlichen aus, die auf kostengünstige Angebote der Verbände angewiesen sind und zukünftig bei höheren Teilnahmebeiträgen für Veranstaltungen und Angebote der Jugendarbeit an diesen weniger werden partizipieren können. Diese soziale Selektion von Teilnehmenden betrifft insbesondere Familien, die durch Arbeitslosigkeit, Kürzungen im Sozialbereich, durch Migrationshintergrund und Trennung der Eltern betroffen sind. Im Sinne einer positiven Persönlichkeitsentwicklung und von Prävention ist der Lern- und Erfahrungsort verbandliche Jugendarbeit gerade diesen Kindern und Jugendlichen offen zu halten.
Als Jugendverbände vertreten wir die Interessen von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Wir fordern deshalb die Anhebung der Mittel für die Jugendarbeit im Landeshaushalt mindestens wieder auf den Stand von vor 2003, damit die Fortführung der verbandlichen Infrastruktur gesichert ist.
Die Aktion »Wir bewegen« wird nach wie vor durchgeführt, auf www.wir-bewegen.de steht, wie es funktioniert. Steigt ein, macht mit!