Geh' Wege, die
noch niemand ging,
damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub. (Saint-Exupéry)
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Ergebnisse und Konsequenzen der Säulen

Die Arbeit der Modellprojekte und deren Ergebnisse werden in den folgenden Kapiteln ausführlicher dargestellt, so dass an dieser Stelle nur die wesentlichen Ergebnisse der einzelnen Säulen dargestellt werden sollen.

Kooperation von Jugendverbänden mit Ganztagsschulen

Das Gelingen von Kooperationsprojekten von Jugendverbänden mit Ganztagsschulen hängt von verschiedenen Faktoren ab, die durch die verschiedenen Arbeitsansätze in dieser Säule herausgearbeitet werden konnten. Zu diesen Faktoren gehören

  • ausreichende finanzielle, personelle und materielle Ressourcen – begonnen bei der Koordination der verschiedenen Angebote durch die Schule bis hin zu einer Kostenerstattung für die Jugendverbände und deren Ehrenamtliche/Honorarkräfte.
  • die spezielle Ausbildung und die kontinuierliche Begleitung und Beratung der Mitarbeiter-innen der Jugendverbände in diesen Projekten, da sich die Arbeit von der in den Jugendverbänden tlw. deutlich unterscheidet.
  • Eine hauptamtliche Struktur in den Jugendverbänden – das (Nicht)Vorhandensein von hauptamtlichen Mitarbeiter-inne-n auf der regionalen Ebene stellt sich zz. als „KO-Kriterium” für ein Engagement von Jugendverbänden an Schulen heraus.

Integration von benachteiligten und bildungsfernen Jugendlichen in die Jugendverbandsarbeit

Benachteiligte und bildungsferne Jugendliche sind keine in sich homogene Gruppe. Vielmehr gibt es verschiedene Kriterien, wieso Jugendliche einen besonderen Förderbedarf haben. Daher müssen sich auch die Angebote der Jugendverbände jeweils an eine bestimmte Gruppe richten und speziell auf diese zugeschnitten werden. Diesem Ansatz haben auch die Projekte von DGB-Jugend, Naturfreundejugend und dem paritätischen Jugendwerk Rechnung getragen. Für die Integration benachteiligter Jugendlicher und insbesondere auch für deren aktive Beteiligung in den Jugendverbänden ist eine gute personelle, möglichst kontinuierliche und hauptamtliche Begleitung notwendig – dies hat die Studie des Paritätischen Jugendwerks belegt.

Als gemeinsames Fazit der verschiedenen Ansätze innerhalb der Säule bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass dieses Aufgabenfeld auf Grund der Spannbreite der zu berücksichtigenden Aspekte und der Vielfalt der Zielgruppen auch zukünftig einer sehr genauen Betrachtung bedarf. Die Angebote der Jugendverbände stoßen dabei häufig an politische, gesellschaftliche, personelle und rechtliche Grenzen – hier sind die politisch Verantwortlichen auf den verschiedenen Ebenen gefragt, die immer wieder eingeforderte Integration gesamtgesellschaftlich voranzutreiben. Beispielhaft genannt seien an dieser Stelle nur die Schaffung von gleichen Zugangsmöglichkeiten zu den Bildungsangeboten für alle Kinder und Jugendlichen, der entschlossene Kampf gegen Kinderarmut und das weitere Vorantreiben der Gleichberechtigung der Geschlechter.

Motive für den Eintritt in eine Jugendgruppe

Die Motive für den Eintritt in eine Jugendgruppe konnten aufgrund von den im Bericht beschriebenen Komplikationen nicht so umfangreich erforscht werden, wie dies zu Beginn der Untersuchung angedacht war. Dennoch konnten aus der Studie wichtige Erkenntnisse für die Jugendverbandsarbeit gewonnen und bestehende Einschätzungen bestätigt werden.

Hinsichtlich der Gruppenstruktur konnte die Erhebung herausarbeiten, dass es einen Unterschied in der Erwartungshaltung, in den Motiven und der persönlichen Bindung an den Jugendverband zwischen den „normalen” Mitgliedern einer Jugendgruppe und denjenigen gibt, die eine engere Bindung an den Verband, sowie an dessen Leiter-innen haben und die bereit sind, sich stärker zu engagieren und aktiver in die Gruppe einzubringen. Daraus ergibt sich für die Praxis der Jugendverbände der Bedarf, sich mit den unterschiedlichen Anforderungen stärker auseinanderzusetzen, um dadurch zum einen den besonders Engagierten gerecht zu werden, zum anderen aber auch den weniger gebundenen Jugendlichen Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bieten und deren Potenziale stärker zu nutzen.