In 5 Bundesländern wurden im Rahmen des Projektes Menschen befragt, die in ihrer Jugend in einem Jugendverband aktiv waren oder dies noch sind. Ziel der Untersuchung ist es, zu erforschen ob und welche Auswirkungen die Mitgliedschaft oder das Engagement in einem Jugendverband für die persönliche (insbesondere berufliche) Entwicklung, hat:
"Die Jugendverbände in Deutschland stehen derzeit vor der Herausforderung ihre Bildungsqualität belegen und ihr besonderes Bildungsprofil für die zukünftige soziale und pädagogische Infrastruktur der Gesellschaft verdeutlichen zu müssen. Einerseits verstärkt sich für die Jugendverbände der Legitimationsdruck gegenüber dem angeschlagenen, als Zuwendungsgeber von Leistungen fungierenden Sozialstaat, andererseits machen die sich wandelnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mit den daraus resultierenden veränderten Lebenslagen für Jugendliche und junge Erwachsene nicht vor der Jugendverbandsarbeit halt. Die Debatte innerhalb der Jugendverbandsarbeit bezog sich in den letzten Jahren auf eine pragmatische Absicherung ihrer Arbeit. Abseits der fiskalischen Probleme von Finanzierung und Förderung gibt es jedoch nur wenige offensiv geführte (jugend-)politische Debatten um die Bedeutung der Jugendverbände für ihre Mitglieder bzw. für die biografische Entwicklung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dadurch fehlte aber eine perspektivisch ausgerichtete Strategie zur Weiterentwicklung und Modernisierung von Jugendverbandsarbeit wie sie unter dem Signum Auslaufmodell oder Zukunftsmodell aktuell wieder verstärkt diskutiert wird (vgl. Faulde 2003, Gängler 2004).
Vor diesem Hintergrund untersucht das Praxisforschungsprojekt „Jugendverbände, Kompetenzentwicklung und biografische Nachhaltigkeit“ das Potential von Jugendverbandsarbeit bezüglich der Bedeutung für eine erfolgreiche biografische Entwicklung von (ehemaligen) Jugendverbandsmitgliedern (vgl. Lehmann 2004). Aktuell findet die biografische Perspektive in der Jugendverbandsforschung verstärkt Aufmerksamkeit (vgl. Fauser 2004, Düx/Sass/Tully 2004). Die Dimensionen der Kompetenzentwicklung in Jugendverbänden und der Lernort „Jugendverband“ als Faktor beim Übergang in Ausbildung und Arbeit wurden bisher empirisch nicht untersucht." (Auszug aus dem Zwischenbericht des Forschungsprojektes)
Die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen!