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korrespondenz 103 des Landesjugendrings

»Das Wegbrechen der Zuschüsse für Freizeitmaßnahmen der Verbände erschwert die Konzipierung günstiger, für Familien zu finanzierender Maßnahmen enorm und führt nicht selten zu einer ungewollten Selektion, die besonders Kinder und Jugendliche aus den weniger begüterten Familien trifft.« (Michael Peters, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen e.V./aejn)

Jugendpolitik - wir haben die Wahl:

Neue Stärke oder weiterer Bedeutungsverlust?

So wie der aejn erging es in der auslaufenden Legislaturperiode vielen Aktiven in der niedersächsischen Jugendarbeit: Sie wurden ohne große Vorwarnung mit einem Streichkonzert der unerfreulichen Art konfrontiert, kaum war die neue Landesregierung aus CDU und FDP im Amt. Trotzdem der Landesjugendring im Vorfeld in Gesprächen mit Politik und Verwaltung vor den massiven strukturellen Folgen der beabsichtigten Kürzungen im Bereich der Jugendarbeit gewarnt hatte, wurde bereits 2004 der Rotstift angesetzt: Es kam zu Kürzungen und Streichungen in jenen Förderbereichen des JFG, für die der Höhe nach kein Rechtsanspruch festgelegt ist. Für die 19 Mitgliedsverbände des Landesjugendringes bedeutete dies einen Verlust von mehr als 40% der Förderung und einen Rückgang der bereitstehenden Mittel von 3,4 auf nur noch 2 Mio. Euro. In anderen Worten: Die neue Landesregierung läutete eine Ära ein, die sich negativer und dramatischer als jede vorangegangene Legislaturperiode auf die Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachsen auswirkte.

40% Kürzung in der Kinder- und Jugendarbeit, das hieß konkret:

  • komplette Streichung der Fördermittel  für  zentrale und modellhafte Freizeit- und Erholungsmaßnahmen
  • komplette Streichung der Fördermittel für die Jugendarbeit in strukturschwachen Gebieten
  • komplette Beseitigung der Fördermittel zum Verdienstausfall für Jugendleiter-innen, die sich ehrenamtlich in Maßnahmen der Jugendarbeit engagieren
  • komplette Streichung der Programme für Mädchenförderung in der Jugendarbeit (ab 2006)
  • massive Kürzung der Fördermittel für verbandliche Bildungsstätten
  • Ersatz von millionenschweren Impulsprogrammen im Rahmen des Kinder- und Jugendplans 2002 und 2003 durch ein mit 50.000 Euro sehr bescheiden ausgestattetes Modellprojekt im Jahr 2007